Lotelta

Stadt, Land, Fluss, Pflanze, Tier, Beruf


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Neue Freunde

Oder: Botanischer Garten im November

Seit Kurzem bin ich stolze Inhaberin eines „Rentnerinnen- und Renterausweises“. Am Tag, als der Ausweis im Briefkasten lag, habe ich mich zum Botanischen Garten aufgemacht, um eine Jahreskarte zu erwerben. Das war ein lang gehegter Plan. Zwar war ich auch vorher gelegentlich im Botanischen Garten, meist zusammen mit Freunden als eine Art Mini-Ausflug. Doch nicht oft genug, dass man eine Jahreskarte gebraucht hätte. Jetzt war ich schon dreimal dort und bin erstaunt, wie anders es sich anfühlt. Und jedesmal bin ich hoch erfreut, was der Pflanzenfreund dort dazu lernen kann.

Darf ich vorstellen: ein neuer Bekannter, die Kaukasische Flügelnuss. Die sieht man auch manchmal in Parks und Gärten und man rätselt dann, welcher Baum diese schönen, lang herunterhängenden Fruchtstände hat.

Einer unserer Nachbarn hat im Garten einen Baum, dessen Laub nach Ahorn aussieht und sich im Herbst gelb und rot färbt. Dessen Früchte aber so gar nicht wie die Ahorn-Nasen aussehen …

Auch dieses Rätsel ist jetzt gelöst:

Es ist ein Amerikanischer Amberbaum, der zu einer anderen Pflanzenordnung gehört als die Ahörner, also schon ziemlich wenig verwandt.

Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua)

Die Echten Sumpzypressen kommen auch aus  Amerika …

Echte Sumpfzypresse (Taxodium distichum)

… und einige zeigen ihre hübschen Atemknie 🙂

Atemknie der Echten Sumpfzypresse (Taxodium distichum)

Für mich die absolute Sensation ist …

… der weibliche(!) Ginkgo-Baum.

Schon mehrfach hab ich gelesen, dass der Ginkgo bei uns sehr beliebt ist als Straßen- und Parkbaum, weil er unempfindlich ist gegen Autoabgase und sonstige Segnungen der Zivilisation. Auch in unserer Straße steht eine Reihe Ginkgo-Bäume. Für die Anpflanzung werden aber ausschließlich männliche Pflanzen verwendet. Der Grund: Die Weibchen kriegen Früchte, die sehr unangenehm nach ranziger Butter riechen sollen. Ich hatte bisher noch nie einen weiblichen Ginkgo gesehen …

Die Ginkgos im Botanischen Garten sind sehr groß, also mit Sicherheit geschlechtsreif …

Ginkgobaum (Ginkgo biloba)

… da muss man doch mal näher hingucken. Und siehe da, auf dem Boden liegen Früchte, die an Mirabellen erinnern – und es riecht irgendwie komisch!

Früchte des Ginkgobaums (Ginkgo biloba)

Wenn man verletzte Früchte näher betrachtet, stellt man fest, dass sie einen intensiven Käsfußgeruch von sich geben. Hier sieht man eine ganze Frucht und einen einigermaßen vom Fruchtfleisch befreiten Kern. Das Fruchfleisch hinterläßt auf dem Finger eine glänzende, schleimige Schicht. Und erst nach dreimal Händewaschen ist man den Gestank einigermaßen wieder los. Man sollte übrigens die Finger von dem Fruchfleisch lassen: im sehr interessanten Wikipedia-Artikel über den Ginkgo steht, dass Hautkontakt Allergien auslösen kann.

Frucht des Ginkgobaums (Ginkgo biloba)

Entsprechend sensibilisiert entdeckt man anschließend auch  die Früchte, die noch auf den Bäumen hängen. Tja, man sieht nur, was man weiß 🙂

Früchte des Ginkgobaums (Ginkgo biloba)

Nach diesen spannenden Erlebnissen kann man sich unter dem Persischen Eisenholzbaum entspannen und sich auf weitere Besuche im Botanischen Garten freuen.

Persischer Eisenholzbaum (Parrotia persica)

Und manchmal darf’s auch einfach dekorativ sein: Lindenblüte auf Zierkohl 🙂


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„Wie herrlich ist’s doch im Her-bst“

Letzte Woche war hier mal Novembergrau. Trotzdem einen langen Spaziergang an der Wertach gemacht. Der Himmel über dem Inninger Stausee wechselte zwischen hellgrau und dunkelgrau. Das war vorher absehbar und ich wollte schon die Kamera zuhause lassen – wäre ein Fehler gewesen 🙂

Auch im Grau gibt es ganz schön viel Bunt!

PS:
Der Titel dieses Beitrags ist ein Zitat aus dem Sketch „Die vier Jahreszeiten“  von Karl Valentin. In einem Kommentar zu dem wunderbaren Jahreszeiten-Beitrag von InderNaehebleiben kann man den Sketch nachlesen.


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Altmühltalweg Tag 3: Heute eine Schlaufe

Eigentlich war für Tag 3 die Etappe von Dollnstein nach Eichstätt geplant. Ganz zufällig hab ich am Vortag von meinen Tischnachbarn beim Abendessen im „Kirchenschmied“ erfahren, dass am nächsten Tag der „Altmühltrail“ stattfindet. Näheres wussten sie nicht dazu. Auf meinem Weg von Solnhofen nach Dollnstein hatte ich schon viele zusätzliche Markierungen z.B. Fähnchen und auf den Weg gesprühte Pfeile gesehen. Als unverbesserlicher Optimist habe ich daraus geschlossen, dass der Altmühltrail wohl in dieser Richtung stattfindet, mir also wurscht sein kann … Spät in der Nacht, als ich schlaflos im Bett lag, sind mir Zweifel gekommen, ob nicht vielleicht die eine UND die andere Richtung betroffen sind – manchmal hat Schlaflosigkeit und die damit verbundene zweiflerische Stimmung auch ihr Gutes! Also gegoogelt und festgestellt, dass fast die gesamte Strecke von Dollnstein nach Eichstätt in den „Altmühltrail“ einbezogen ist!

Es musste also ein Plan B her! Die Weisheit der hiesigen Fremdenverkehrsverantwortlichen hat  dafür gesorgt, dass an vielen Stellen zusätzlich zum Altmühltal-Panoramaweg sogenannte Schlaufenwege markiert sind. Und Schlaufe 11 kommt praktisch direkt an meinem Quartier vorbei. Nach dieser Erkenntnis kann man voller Vorfreude dem nächsten Tag entgegenschlummern.

Der Tag beginnt mit einem Frühstück mit allem Drum und Dran, inclusive Ei im Häkelhuhn und selbstgemachtem Joghurt. Liebevoll zubereitet von meinem 80jährigen Gastgeber, für den die Vermietung seiner zwei Gästezimmer eine Art Hobby ist. Nach dem Frühstück erfährt man dann noch allerhand Interessantes vom ehemaligen Vorsitzenden des Dollnsteiner Fremdenverkehrsvereins. Z.B. dass in früheren Zeiten Arbeiter aus Dollnstein zu Fuß zur Arbeit zum Steinbruch nach Solnhofen gegangen sind. Die hatten natürlich nicht den ganzen Tag Zeit, sondern mussten jede erdenkliche Abkürzung nutzen, z.B. durch den Eisenbahntunnel, was manches Todesopfer gefordert hat. Lustiges gab es auch zu hören, z.B. dass früher bei den örtlichen Wirten die Aktivitäten des Fremdenverkehrsvereins nicht immer gut angekommen sind: „Ihr lockt’s die Leit do her un mir hamm dann die Arbeit!“

Dann also los!

Die Schlaufe 11 führt oberhalb des Urdonautals von Dollnstein nach Wellheim und zurück. Durch das Urdonautal floss „früher mal“ (d.h. vor 2.5 Mio Jahren) die Donau von Süd nach Nord, heute ist das Tal fast trocken, nur ein kleiner Bach fließt in die Gegenrichtung.

Es geht aussichtsreich am Kamm von Trockenhängen entlang ..,

… und man trifft den Gemeinen Riesenschirmling, auch Parasol genannt.

Gemeiner Riesenschirmling (Macrolepiota procera)

Dann wieder durch schönen Buchenwald …

… mit Blick über das Urdonautal.

Auf Burg Wellheim hab ich zwei andere Wanderer getroffen, die einzigen auf der heutigen Tour. Die beiden hatten ursprünglich den gleichen Plan wie ich und sind auch vor dem Altmühltrail geflüchtet. Sie hatten gehört, dass 700 Läufer und Wanderer daran teilnehmen. Gemeinsam haben wir uns gefreut über unseren gemütlichen Brotzeitplatz oben auf der Burg mit Superaussicht.

Einer der zahlreichen Wege führt zum Dorf Aicha …

… mit seinen Kletterfelsen, die man hier über den Wald spitzen sieht.

Auf dem Rückweg nach Dollnstein  trifft man auf eine Römerstraße, die Gegend hier ist voll davon!

Auf der Infotafel kann man lesen „Durch Aufzeichnungen ist überliefert, dass die römischen Soldaten in den Sommermonaten einen Marsch von 20 bis 24 römischen Meilen (ca. 30 bis 36 km) in 5 Stunden absolvieren mussten“. Das heißt, 8 bis 10 Minuten pro Kilometer!!

Mein Normaltempo liegt ja eher bei 20 Minuten pro Kilometer 🙂 Auf dem anschließenden Wegstück hab ich mich angestrengt um auszuprobieren, ob ich die 10 Minuten hinkriege.

Ergebnis: mit leichter Wanderkleidung und nur 5 kg Gepäck bei angenehmen Temperaturen und ebenem Weg 11 min pro Kilometer. Tja! Römischer Soldat möcht man nicht gewesen sein …

Von Dollnstein mit dem Zug zurück nach Treuchtlingen. Das dauert eine Viertelstunde, zu Fuß waren es zwei wunderbare Wandertage.

Im Nachmittagslicht gelingt durchs Zugfenster ein Foto von den Zwölf Aposteln …

… und von Burg Pappenheim aus der Ferne.

Der Anschlusszug von Treuchtlingen nach Augsburg fährt erst eine Dreiviertelstunde später. Das gibt einem die Chance auf einen großen Kaffee und einen noch größeren Windbeutel 🙂

Statistik Tag 3:

18 km, 490 hm, gesamte Gehzeit 7 h (incl. zahlreicher Pausen)
2 andere Wanderer getroffen

Fazit:

Sich ein paar Tage um nix anderes kümmern als Wandern, Essen, Schlafen.
Ganz viele neue Eindrücke sammeln.
Ungestört seinen Gedanken nachhängen.
Die Leichtigkeit des Seins: alles was man braucht, hat man in seinem Rucksäckle, jeden Morgen lässt man frohgemut alles hinter sich und macht sich auf zu neuen Ufern – auch wenn die nur ein paar Kilometer entfernt sind.

Einfach toll!


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Altmühltalweg Tag 2: Von Solnhofen nach Dollnstein

Der nächste Tag startete also in Solnhofen. So mancher Häuslebauer kennt den Ortsnamen wegen der Solnhofer Platten. Doch davon später mehr.

Der Tag startete außerdem mit dickem Morgennebel.

Dass man hier in Franken ist, merkt man nicht nur am guten Bier, sondern auch daran, dass die prominent in der Orstmitte stehende Kirche eine evangelische Kirche ist – so was kommt in Oberbayern nicht vor!

Direkt hinter der Kirche die Sola-Basilika mit Fundamenten aus dem 7. Jahrhundert.

Erstmal ein ausgedehntes Frühstück in der Bäckerei, vielleicht lichtet sich der Nebel ja ein wenig. Die heutige Etappe beginnt mit den Zwölf Aposteln, der meist fotografierten Felsformation des Altmühltals. Von denen will man schließlich etwas sehen!

Beim Frühstück komme ich mit der Verkäuferin und mit den anderen Gästen ins Gespräch. Die Meinungen sind geteilt: „Auf dem Panoramaweg sengs die ja eh nett, da müssens auf der anderen Altmühlseite laufen, auf dem Radlweg.“ versus „Der Panoramaweg is aber sehr schön und a bissl was sieht man auch von den Aposteln“.

Nach dem Verlassen des Cafés wirkt der Nebel schon heller und ich entscheide mich spontan für den höher gelegenen Panoramaweg. Am Fluss hält sich der Nebel ja meist am längsten und auf Radwegen wandern ist auch oft weniger spektakulär…

Es war die richtige Entscheidung – selten so schön im Nebel gewandert!

Wieder unten an der Altmühl angelangt, hat sich der Nebel schon fast ganz verzogen …

… und es geht auf der anderen Talseite hinauf auf den Maxberg, wo der große Steinbruch für die Solnhofer Platten liegt.

Auf dem Weg dorthin kann man sehen, dass der Kalk hier schon natürlich in Form von Platten vorkommt.

Im Wikipedia-Artikel zum Solnhofer Plattenkalk erfährt man, wie die Platten abgebaut werden: „Die Solnhofener Kalkplatten werden in Steinbrüchen gewonnen. Die Arbeitsweise ist aufgrund des geschichteten Gesteins, das keinen Maschineneinsatz zulässt, seit Jahrhunderten unverändert. Die Hackstockmeister brechen den Stein mit Pickeln aus dem Steinbruch und erhalten so ein Paket, das mehrere geschichtete Platten enthält. Diese werden mit Hammer und Meißel gespalten und in Paletten in das Werk transportiert.“

Berühmt ist der Solnhofer Plattenkalk auch wegen der zahlreichen Versteinerungen. Also wird beim Abbau darauf aufgepasst, ob man vielleicht einen weiteren Archaeopteryx findet. Weniger spektakuläre Stücke darf der Wanderer gegen einen kleinen Obolus mitnehmen: Wo die Lücke klafft, lag ein kleiner (und leichter!) Ammonit, der für Einen Euro mit nach Augsburg durfte.

Vom Maxberg hinunter geht es über Mörnsheim wieder ins Altmühltal. Kreisverkehr mal anders – nicht wie üblich mit Gras und Blumen sondern mit Solnhofer Platten.

Gleich neben dem Kreisverkehr steht das Archaeopteryx-Denkmal.

Auf der anderen Talseite geht es wieder hoch auf die Hangkante mit verlockenden Rast- und Aussichtsplätzen …

… und vorbei an schönen Kalksteinfelsen.

Fünf Uhr nachmittags: Das Tagesziel Dollnstein ist erreicht 🙂

Statistik Tag 2:

18 km, 350 hm, gesamte Gehzeit 6:45 h (incl. zahlreicher Pausen)

Lt. Führer wären es 570 Höhenmeter gewesen, eine halb verlaufene, halb freiwillig gewählte Abkürzung hat die Höhenmeter doch beträchtlich reduziert, hihi.


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Altmühltalweg Tag 1: Von Treuchtlingen nach Solnhofen

Bevor dieser nicht-endende Sommer und der goldene Herbst endgültig zu Ende gehen, wollte ich in der letzten Woche unbedingt nochmal auf Wanderschaft gehen. Ich hatte mir dafür drei Etappen des Altmühltal-Panoramawegs ausgesucht. Dazu inspiriert hat mich unser Campingausflug vor ein paar Wochen, bei dem mir erst bewusst geworden ist, wie nah uns das Altmühltal liegt und wie schön es dort ist.

Meine erste Etappe führte von Treuchtlingen nach Solnhofen, die Bahnanreise von Augsburg nach Treuchtlingen dauert grade mal eine Stunde.

Das Wetter ist traumhaft, die Morgenluft kühl und der Wald bunt.

Das Logo des Altmühltal-Panoramaweges verheißt gewundene Wege und wird sich in den nächsten Tagen als sehr passend erweisen.

Kurz nach Treuchtlingen gibt es erst mal eine Durststrecke: für geraume Zeit hört und später sieht man den Verkehr auf der B2 – fast wie am Jakobsweg 🙂

Doch bald ist man drüber weg oder besser gesagt drunter durch: In Dietfurt führt der Weg unter der B2-Brücke hindurch und man sieht ein Stückl der Altmühl mit Uferdschungel.

Weiter geht es bergauf bergab durch den Wald …

… oft auch an der Hangkante entlang. Und grad zur Mittagszeit kommt man zu diesem hübschen Brotzeitplatz …

… mit Blick auf Burg Pappenheim.

Die Altstadt von Pappenheim liegt in einer ganz engen Flussschleife, innerhalb derer sich auch der Burgberg erhebt.

Hier hätte es Gelegenheit für eine erste Probe eines guten fränkischen Bieres gegeben – aber der Weg ist noch weit.

Das nächste Highlight ist der Zimmerner Hang, eine steil nach Süden abfallende Wacholderheide.

Im Sommer blühen dort Orchideen und andere seltene Pflanzen. Ende Oktober hält die Karthäusernelke noch die Stellung …

Karthäusernelke (Dianthus carthusianorum)

… und die Ringelnatter sonnt sich auf dem Weg.

Blindschleiche (Anguis fragilis)

Um halb fünf ist die Brücke über die Altmühl in Solnhofen erreicht. Meine Garmin-Uhr zeigt 4 km mehr als laut Wegbeschreibung erwartet – na ja, zweimal kurz und einmal lang verlaufen 😉

Später ein gutes Essen und zwei „Gutmann“-Weißbiere in der „Alten Schule“  von Solnhofen.

Dann sinkt man rechtschaffen müde ins blaue Himmelbett 😉

Statistik Tag 1:

19.5 km, 390 hm,  gesamte Gehzeit 7 h (incl. zahlreicher Pausen)


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Wunderbarer Wandertag

Vorgestern war nach langer Pause mal wieder ein Ausflug ins Allgäu angesagt. Nachdem man sich zwei Stunden durch das schöne Alpenvorland hat schaukeln lassen, ist in Altstädten schon alles vorbereitet für einen sonnigen Wandertag.

Heute heißt das Motto GO! Ofterschwang. Das haben sich andere auch gedacht: Anfang Oktober sind in ungefähr der Hälfte aller Bundesländer Schulferien. Man ist also nicht allein in der Warteschlange zum  „Weltcup-Express“ genannten Sessellift, mit dem man  hinauf zum Ofterschwanger Horn gondelt. Ich bin ja eher ein Flachland-Tiroler und freue mich, dass so auf der Wanderung nur ungefähr 350 Höhenmeter zu überwinden sind  😉

Kurz nach dem Start kann man schon mal die gegenüberliegenden Gipfel auswendig lernen …

… und die Silberdisteln bewundern.

Silberdistel (Carlina acaulis)

Dann führt der Weg durch schönen Bergwald mit riesigen Bäumen …

… und Fliegenpilzen.

Fliegenpilz (Amanita muscaria)

Von dieser Stelle ist’s nur noch eine halbe Stunde bis zum Gipfel des Rangiswanger Horns. Sogar Langsam-Wanderer wie ich schaffen das!

Gold-Fingerkraut (Potentilla aurea)

Auf dem Gipfel. Der Blick nach Süden ist atemberaubend,.

Auch der Blick nach Norden ist nicht ohne. Und das Gipfelkreuz hat eingebaute Sitzplätze.

Hier der Blick in das Illertal und nach Sonthofen.

Zum Abschluss des wunderbaren Wandertages kann man vom Balkon der Freunde das Abendrot über der Hörnerkette genießen. Und Revue passieren lassen, wo man heute gewandert ist.

Wenn man genau hinguckt – besser gesagt: die Lumix mit ihrem Tele hingucken lässt – sieht man sogar das Gipfelkreuz auf dem Rangiswanger Horn, zu dessen Füßen man wenige Stunden vorher gesessen ist 🙂


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Eine Nacht im Holzfass

Vor einiger Zeit habe ich von Freunden einen Ausflug mit Übernachtung in einem Holzfass(!) auf dem Campingplatz geschenkt bekommen. Die Freunde sind glückliche Besitzer eines Wohnmobils und daher öfter auf Campingplätzen unterwegs. Die Wahl fiel auf Dollnstein im Altmühtal, grade mal eine Autostunde von Augsburg entfernt. Wir waren gespannt …

So sieht es aus, das Wohn-Holzfass …

…vier Leute können drin übernachten, für zwei ist es regelrecht komfortabel.

… und in der Nacht leuchtet es gemütlich heraus.

Der Campingplatz von Dollnstein liegt idyllisch direkt an der Altmühl, für Paddler gibt es einen eigenen Bootssteg.

Dollnstein ist ein malerischer Ort.

… mit mittelalterlichem Stadttor und Stadtmauer.

In den Gebäuden entlang der Stadtmauer ist das Altmühl-Zentrum untergebracht, ein sehenswertes Museum mit viel Information zur Geschichte des Altmühltals.

Lustige Zeitreihe mit Töpfen vom 10. bis zum 20. Jahrhundert 🙂

Zwei Meter dicke Mauern mit Fenstern, die den Blick auf die Altmühl freigeben.

Hübsche Details im Inneren …

… und draußen

Anschließend erst mal eine Brotzeit, die wir auf der Picknickgruppe neben unserem Holzfass verspeisen.

Dann gehts zur Wanderung an den Hängen über der Altmühl.

Unterwegs schöne Blicke auf Dollnstein.

Der Weg führt hinauf und schließlich sieht man die Felsen von oben.

Man trifft auf kleine Felsengärtlein …

… und unbekannte cremefarbene Blumen – kennt die jemand???

Nach 6 km führt einen der Wanderweg Nr. 0 (sic!) zurück nach Dollnstein.

Der nächste Tag war der 23. September – Herbstanfang. Morgens Nieselregen, für nachmittags Warnungen vor heftigen Stürmen.

Nach einem ausgiebigen Frühstück im Holzfass (mit Heizung!) steht ein Besuch im Jura-Museum in der Willibaldsburg hoch über Eichstätt an. Auf dem alten Stich im Treppenhaus kann man gut die Lage des Burgberges in einer Flussschleife der Altmühl erkennen.

Das Jura-Museum ist wirklich sensationell!

Nicht nur gibt es zahlreiche schöne und gut erhaltene Versteinerungen von Echsen, Urvögeln und Fischen, sondern auch anschauliche Darstellungen, wie es hier vor 150 Millionen Jahren ausgesehen hat.

„Inseln im Jura-Meer – der Solnhofener Archipel:
Der Museumsbesuch gleicht einer Zeitreise in die ferne Vergangenheit der Eichstätter Landschaft. 150 Millionen Jahre müssen wir in den Gesteinsschichten zurückblättern, dann betreten wir die Inselwelt des Jurameeres, den Solnhofener Archipel, eine sonnendurchflutete, tropisch warme Landschaft; mit kleinen, schütteren Farnen und Palmfarnen bewachsene Inseln, auf denen exotische Tiere leben: zahlreiche Insekter, kleine Echsen, Urvögel und Dinosaurier; Inseln, auf denen Flugsaurier nisten und Meeresschildkröten am Strand ruhen. …“

Brückenechse (Leptosaurus pulchellus)

Und hier der berühmte Archaeopteryx:

„Archaeopteryx aus den Plattenkalken von Solnhofen und Eichstätt ist das älteste bekannte Vogelfossil. Deshalb wird er oft als Urvogel bezeichnet.“

Archaeopteryx lithographica H.v.Meyer 1861 (Original)
Untertithonium (Oberjura), rund 150 Millionen Jahre alt
Gefunden 1951 auf der Petershöhe nahe Workerszell bei Eichstätt

Pflasterzahn-Rifffisch (Proscinetes cf. elegans) trägt seinen lateinischen Namen zu recht 🙂

Im nächsten Raum dann einige Aquarien mit lebenden Bewohnern heutiger tropischer Meere.

Mein persönlicher Favorit:  Gastornis gigantaeus

„Nach dem Aussterben der Dinosaurier am Ende der Kreidezeit vor 65 Millionen Jahren waren die ökologischen Nischen der großen Pflanzen- und Fleischfresser frei geworden. Sie wurden zunächst nicht von den kleinen und nachtaktiven Säugetieren sondern von Vögeln ausgefüllt. Aufgrund von Größe und Gewicht war ihnen das Fliegen nicht mehr möglich. Aus ehemals flugfähigen Vorfahren entwickelten sich sehr große, flugunfähige Laufvögel.“

Ein schönes und erlebnisreiches Wochenende – danke an die Schenkerinnen 🙂