Lotelta

Stadt, Land, Fluss, Pflanze, Tier, Beruf


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Hei hei, Lomaranta!

Nach zwei Wochen finnischer Sommerferien verlassen wir heute unser schönes Ferienhaus Lomaranta am Lies(i)järvi. In den letzten Tagen hat es öfter geregnet, aber zum Abschied zeigt sich die Sonne.

Gestern abend nochmal ausgiebig das Saunamökki benutzt, mit anschließendem Bad im See.

Wald-Wachtelweizen (Melampyrum sylvaticum)

Dann Würstchengrillen am Lagerfeuer …

… und Sonnenuntergang am See.

Beim Aufwachen heute Morgennebel.

Tschüss, Lomaranta, wir denken schon ans Wiederkommen 🙂


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In der Taiga

Von der Taiga hatte ich bisher nur nebulöse Vorstellungen von unendlichen Wäldern im fernen Russland. Jetzt habe ich bei Wikipedia gelernt, dass ich schon ein paar mal in der Taiga war – und gerade dort bin: Finnland liegt praktisch komplett in der Vegetationszone der Taiga.

In dem kleinen Stückchen der großen finnischen Taige, in dem wir hier herum wandern, gibt es vor allem drei Vegetationstypen: kangas, korpi und suo. Mein wunderbares Finnisch-Wörterbuch von QuickDic erklärt diese Begriffe so: „Korpi ist ein nördlicher Nadelwald, der auf feuchten Moränenböden vorkommt, mit dichtem Fichtenbewuchs und einer dicken Moosschicht als Unterwuchs. Korpi ist oft eine Übergangszone zwischen dem trockeneren Kangas und verschiedenen Typen von Suo = Sumpf.“

Kangas, relativ trocken:

Korpi, schon nasser:

Suo, sehr nass:

Im oben abgebildeten Sumpfgebiet haben wir besonders viele von den schönen Bläulingen gesehen, die nur hier in Südwestfinnland vorkommen und streng geschützt sind.

Östlicher Quendel-Bläuling (Scolitantides vicrama)

„Das Erscheinungsbild eines borealen Nadelwaldes ist grundverschieden von dem der gepflanzten Nadelwaldforsten der gemäßigten Zone. Während Forstbäume viele Jahre lang sehr dicht stehen, sind die Taigawälder – bis auf einige verstreute, dicht stehende Baumgruppen – weitaus lichter.“

„Ein weiterer augenscheinlicher Kontrast zum Forst ist der Unterwuchs eines natürlich gewachsenen borealen Nadelwaldes: Statt einer weitgehend offenen Nadelstreudecke ist der Boden flächendeckend mit Zwergsträuchern (vor allem Heidelbeeren) und Moosen bewachsen, die sich oft dicht am Boden liegend ausbreiten.“

Heidelbeere (Vaccinium myrtillus)

Ganz falsch war meine bisherige Vorstellung von der Taiga allerdings nicht: „Taiga ist ein Lehnwort  aus dem Russischen (тайга) und bedeutet „dichter, undurchdringlicher, oft sumpfiger Wald“.

Der wunderbare Zauberwald reicht oft bis direkt ans Wasser …

… beeindruckende Felsen liegen herum …

… und der Wald bietet Lebensraum für die verschiedensten Bewohner.

PS: Die obigen Zitate stammen aus dem erwähnten Wikipedia-Artikel.


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Strandausflug

Vorgestern haben wir bei schönstem Wetter einen Strandausflug nach Yyteri am Bottnischen Meerbusen gemacht. Das sind von unserem Standort anderthalb Stunden Autofahrt auf wenig befahrenen Fernstraßen. Unterwegs bietet sich ein Stop in Pori an.

Yyteri hat einen mehr als 6 km langen Dünenstrand mit feinstem Sand. Wenn man die Dünen überquert hat …

… öffnet sich der Strand …

… auf dem es lebhaft zugeht und wo zu unserem Erstaunen viele Badegäste ewig im kalten Wasser planschen.

An der „Bikini-Bar“ kann man sich stärken. Leider gibt es kein Eis mehr nach dem „heißen und umtriebigen Wochenende“, wie es entschuldigend auf einem handgeschriebenen Schild steht.

Trotz des Trubels findet sich mühelos ein ruhiges Plätzchen in den Dünen …

… mit guten Ausblicken


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Vom finnischen Sommer

Zum ersten Mal sind wir im Sommer hier. Bei zwei vorangegangenen Reisen im August haben wir gelernt, dass der finnische Sommer irgendwann zwischen Anfang und Mitte August zu Ende geht. Diesmal Ende Juli ist es anders: es gibt noch Sommerveranstaltungen wie das Blumenfest in Tampere, sogar einige Tanzveranstaltungen soll es noch geben. Mal sehen, ob wir es diesmal zum finnischen Tango schaffen…

Schon geschafft haben wir eine Vergnügungsfahrt mit dem „schwimmenden Wohnzimmer“, einem Schiff oder eher Floß mit dem Namen Vesipääsky, zu deutsch Odinshühnchen.

Auf diesem Plakat, das wir nach der Schiffahrt zufällig im Supermarkt gesehen haben,  steht „Willkommen zur Wildnisstimmung auf schmalen Gewässern“. Angesichts der sehr beschaulichen Fahrt auf seeehr ruhigem Wasser fanden wir es lustig 🙂 Wahrscheinlich asoziiert man als Deutscher mit Wildnisstimmung eher eine Wildwasserfahrt mit der zugehörigen Adrenalinausschüttung. Während für einen Finnen die Wildnisstimmung ruhig und friedlich ist, „hiljaista ja rauhallista“, wie man es hier öfter beschrieben findet.

Die Blumen blühen jetzt zahlreich, Dagegen wirkte die Natur Mitte August immer schon sehr herbstlich.  Meine Favoriten sind die in Massen blühenden Weidenröschen.

Schmalblättrige Weidenröschen (Epilobium angustifolium)

Moosglöckchen (Linnaea borealis)

Wiesen-Glockenblume (Campanula patula)

Allackerbeere (Rubus arcticus)

Die Beerensaison hat gerade erst begonnen.

Moltebeere (Rubus chamaemorus)

In der Markthalle von Tampere

Die Tagestemperaturen sind so um die 20 Grad, was sich angenehm von den schon wieder über 30 Grad zuhause unterscheidet. Die Nachttemperaturen sind nur wenig niedriger und es wird auch  nicht richtig dunkel: Gegen Mitternacht leuchtet im Norden noch das Abendrot, um drei Uhr morgens beginnt nur ein bissl weiter östlich das Morgenrot.

Man kann hervorragend wandern, die zur Zeit oft eher mäßige Wettervorhersage entpuppt sich meist als nur wenige Tropfen Regen irgendwann am Tag und dazwischen Sonne und Wolken im Wechsel. Der hauseigene See lockt mit seinen 18 Grad nur die Kaltwasserschwimmer 🙂


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Seitseminen-Nationalpark

Der Seitseminen-Nationalpark war einer der Gründe für die Wahl unserer Urlaubsregion, weil man dort gut wandern kann. Zwei Wanderungen haben wir schon gemacht, den Harjupolku und den Torpparintaival. Beide Wanderungen sind sehr schön und abwechslungsreich und um die 6 km lang. Es geht  über eiszeitliche Oser (= wallähnliche, ziemlich steil aufragende Höhenzüge), auf Bretterwegen durch Sümpfe und durch den Urwald von Multiharju…

… mit bis zu 400 Jahre alten Kiefern …

… und zahlreichen Bodenbewohnern

Rentierflechte (Cladonia rangiferina) und Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea)

Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza maculata)

Adlerfarn (Pteridium)

Dieses Foto ist nicht unscharf, die Schachtelhalme sehen auch beim Vorbeigehen unscharf aus, interessant!

Unterwegs im Sumpf …

… und im Birkenwald

Der Torpparintaival beginnt und endet bei Kovero, einem ehemaligen Pachthof, der heute ein Museum ist.

Ein Blick in die Backstube …

… und am Eingang wachen die Sockenpferde 🙂


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Ein See, ein Mökki, ein Sonnenuntergang

Gestern gegen acht Uhr abends …

… etwa zwei Stunden später …

… kurz vor Sonnenuntergang um 22:30 …

… und um Mitternacht vom Schlafzimmerfenster aus.

Der See heißt Lies(i)järvi und liegt etwa 10 km westlich des Seitseminen-Nationalparks in der finnischen Landschaft Pirkanmaa, das ist die Gegend um Tampere herum. Das Mökki „Lomaranta“ (= Ferienstrand) sitzt auf einer kleinen Halbinsel am Südende des Sees.

Es wird übrigens die ganze Nacht nicht wirklich dunkel und gestern gab es auch um halb zwei Uhr nachts noch einen zarten rosa Schimmer am Horizont. Die Wucht in Tüten!