Lotelta

Stadt, Land, Fluss, Pflanze, Tier, Beruf


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„Quien no ha visto Sevilla, no ha visto maravilla“

„Wer Sevilla nicht gesehen hat, hat keine Wunder gesehen.“

Zweieinhalb Tage in Sevilla bildeten den krönenden Abschluss unserer Andalusienreise.

Am ersten Abend ein Spaziergang im Stadtteil Triana. Gleich um die Ecke von unserem Hotel hätte man sich ein Flamencokleid kaufen können. Dazu muss man nicht zwingend Flamencotänzerin sein, so aussehen sollte man aber wohl schon. 🙂

Etwas weiter kommt man zur Plazuela Santa Ana und zu einem Aperitivo mit Blick auf die orangefarben leuchtende Kirche Santa Ana, eine der ältesten Kirchen in Sevilla.

Spätabends noch ein schöner Blick auf die Kathedrale von der Dachterasse des Hotel Zenit aus.

Am nächsten Morgen steuern wir voller Tatendrang ins Stadtzentrum zur Besichtigung des Alcázar, ein „Must see“ in Sevilla. Dort sah es SO aus – und auf dem Foto sieht man nur ungefähr die Hälfte der Schlange!

Der Alcázar ist wunderschön, genauso schön wie die Alhambra in Granada. Gottseidank waren wir schon bei der letzten Andalusienreise vor fünf Jahren dort, da gab es in der Vorsaison noch keine Schlangen. Es war so schön , dass ich nochmal hin wollte. Das geht jetzt aber nicht mehr ohne Vorbuchung mit Datum- und Uhrzeitangabe. Okay, beim nächsten Mal wissen wir das 🙂

Geich um die Ecke liegt das Archivo General de Indias. Im Gebäude der ehemaligen Börse lagern alle Dokumente der spanischen Kolonialzeit seit 1760.

Nach dem Besuch des Indienarchivs war zumindest die Schlange am Eingang der Kathedrale verschwunden, also nix wie rein.

Im Inneren findet man die Grabstätte von Christoph Kolumbus – mit einer interessanten Geschichte:

„Columbus starb am 20. Mai in Valladolid und wurde noch am selben Tag dort bestattet. Er wollte in Amerika beerdigt werden, doch drei Jahre später wurden seine sterblichen Überreste in eine Abtei auf La Cartuja, eine Insel in einem Fluss bei Sevilla, gebracht. 1537 soll Maria de Rojas y Toledo, die Witwe von Columbus‘ Sohn Diego, die Knochen beider Männer zur Kathedrale von Santo Domingo auf der karibischen Insel Hispaniola bringen lassen, wo sie erneut bestattet werden sollten. Dort lagen die Knochen bis 1795, als Spanien die Antillen-Insel Hispaniola an Frankreich abtrat und die Überreste des großen Entdeckers nicht in die Hände der Franzosen fallen lassen wollte. So gelangten die Überreste über Kuba nach Sevilla.“
(Quelle: Spiegel online)

Die größte Kirche Spaniens ist eine umgebaute maurische Moschee. Die Giralda, das Wahrzeichen der Stadt, wurde 1184 als Minarett erbaut und war damals das dritthöchste Gebäude der Welt.

Im Inneren gibt es keine Treppe sondern eine Rampe, ursprünglich für Pferde und Reiter erbaut. Heute kommt man über die Rampe bequem auf die Aussichtsplattform, allerdings zusammen mit unzähligen anderen Touristen.

Von oben hat man einen schönen Blick über die Stadt und in den Orangenhof der ehemaligen Moschee.

Die Puerta del Perdón führt von der Stadt in den Orangenhof.

Die Wetterfahne auf der Spitze des Turms gab der Giralda ihren Namen (girar = drehen).

Und, o Wunder, nur wenige Meter vom touristentrubeligen Kathedralenplatz entfernt kann man durch einen schmalen Spalt zwischen zwei Häusern einen wunderbar stillen Platz erreichen – gut, wenn man einen Ratgeber hat, der in Sevilla aufgewachsen ist 🙂

Am nächsten Morgen sind ein paar Regentropfen in der Luft …

… aber beim Spaziergang am Ufer des Guadalquivir reißt es schon wieder auf.

Heute Besuch beim Torre del Oro. In früheren Zeiten gab es auf der anderen Flußseite einen weiteren Turm und zwischen den beiden Türmen konnte eine Kette gespannt werden, um den Hafen von Sevilla vor flussaufwärts fahrenden Kriegsschiffen zu schützen.

Von der Aussichtsplattform des Torre del Oro wieder ein schöner Blick auf die Kathedrale. Ziemlich stürmisch heute.

Am Alcázar etwa die gleichen Schlangen wie gestern. Wir machen uns deshalb auf zur Casa de Pilatos, einem Stadtpalast aus dem 16. Jahrhundert, ein sehr gelungener Mix aus Renaissance- und Mudéjar-Stil. Trotzdem in Sevilla“nur“ eine Sehenswürdigkeit zweiter Ordnung, deshalb muss man ihn nur mit wenigen anderen Besuchern teilen.

Eine nette Bar für einen Mittagsimbiss findet sich gleich um die Ecke …

Danach ist Zeit für eine Siesta 🙂 Denn am Abend steht zum Abschied nochmal Flamenco an! Einen guten Tip hatten wir von unserem andalusischen Ratgeber: „La Carboneria“ liegt etwas versteckt, deshalb hatten wir mittags schon den Weg dorthin ausgekundschaftet – und sie doch fast übersehen.

 

Am Abend stellte sich heraus, daß diese Vorsichtsmaßnahme nicht nötig gewesen wäre: die Türen waren weit offen und drinnen herrschte Licht und Leben.

Wieder ein wunderbares Flamenco-Konzert mit einem hervorragenden Tänzer und sehr guten Musikern.

Nach dem zweiten Set sind wir gegen halb zwölf gegangen, auf dem Heimweg durch die belebten Gassen ein Abschiedsblick auf die Giralda.

Zwei Tage sind natürlich viel zu wenig für die Wunder von Sevilla, 20 Tage wären es sicher auch!
In diesem Sinne:

„Hasta la vista, Sevilla :-)“


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Flamenco und Flamingos

Einerseits bezeichnet das spanische Wort Flamenco den andalusischen Gesang und Tanz, den muss man unbedingt mal anhören und anschauen, wenn man in Andalusien ist! Wir waren bei einem Konzert in der Peña Flamenca la Perla de Cádiz. Die Peñas sind Vereine zur Pflege der Musik, um uns herum hauptsächlich Einheimische, eine super Vorstellung für 7 Euro Eintritt.

Andererseits ist Flamenco auch das spanische Wort für Flamingo. Auch den haben wir schon in Cádiz gesichtet!

Das war vielversprechend, denn als nächstes stand der Coto de Doñana Nationalpark auf unserem Reiseprogramm. Ich wollte mal richtig viele Flamingos sehen. Die mochte ich schon als Kind. In meiner Heimatstadt gab es in einem Park einen Teich mit Flamingos, damals der Gipfel des Exotischen. 🙂

Es ging also weiter nach El Rocío, einem kleinen Ort direkt am Nationalpark. Kaum im Hotel eingecheckt und einen Spaziergang auf der Uferpromenade an der sehr flachen Lagune gemacht, schon die ersten Flamingos gesichtet.

El Rocío ist ein Wallfahrtsort, wo an Pfingsten der Bär los ist. Eine riesige Wallfahrt, bei der die Leute teilweise mit Pferd und Planwagen und die Mädels in Flamencokleidern anreisen. Im Hotel erfahren wir, dass dann  innerhalb von drei Tagen eine Million Menschen in den Ort mit 1700 Einwohnern kommen. Laut Reiseführer ist im Rest des Jahres gar nix los, quasi eine Kulissenstadt.
Insofern hatten wir Glück, dass wir an einem Sonntag nachmittag angekommen sind. Viele Familien machen hierher einen Sonntagsausflug, z.B. aus dem nur eine Autostunde entfernten Sevilla. Ein Volksfest mit Verkaufständen und Essen, mit Kutschfahrten und Ponyreiten für die Kinder. Natürlich nicht ohne einen Besuch in der Wallfahrtskirche …

… und in der Votivkapelle.

Dort werden fleißig Kerzen geopfert, von denen ein Großteil gar nicht abbrennt.

Am nächsten Tag hört man scharrende Geräusche aus der Kapelle und wenig später bestätigt ein Blick ins Innere: alles weggeräumt zum Recyclen. Der Preis von 50 Cent pro Kerze ist wohl mehr eine Leihgebühr.

Mit Unterstützung des netten Menschen an der Rezeption des Hotel Malvasía konnten wir für den nächsten Tag eine Tour mit dem Allradbus durch den Südteil des Nationalparks buchen. Die Touren starten am Informationszentrum EL Acebuche, das an einer schönen Lagune liegt. Entlang eines Spazierweges gibt es mehrere  Aussichtshütten, die  tolle Beobachtungsmöglichkeiten für ernsthafte mit Fernglas bewaffnete Birdwatcher bieten.

Wir saßen mit ein paar anderen Touristen in der kleinen Nr. 56. Die beiden anderen Busse transportierten je eine große lärmende Schuklasse, aber mein Gott, auch die sollen schließlich was über die Natur lernen. Unterwegs begegnet man sich zum Glück nur selten 😉

Die Tour ist sehr empfehlenswert, schon allein deshalb, weil man den größten Teil des Parkes nicht auf eigene Faust erkunden kann, nicht mal zu Fuß.
Es geht am 30 km langen Sandstrand entlang, dann durch hohe Dünen, in deren Tälern Pinienwäldchen wachsen …

… und durch Marschland bis zur Mündung des Guadalquivir.

Unser Fahrer Jorge weiß und erzählt sehr lebhaft ungefähr alles über den Nationalpark, beobachtet gleichzeitig mit Adleraugen die Umgebung und zeigt auf jedes entdeckte Tier: „Red deer at eleven o’clock“

Dabei muss er manchmal beide Hände vom Lenkrad nehmen, und sein Bus schwimmt selbständig wie ein Schiff durch den weichen Sand der Dünen!
Die Liste der Tiere ist lang: Wasserschildkröte, Landschildkröte, Wiedehopf, Adler, Fuchs, Rehe, Wildschweine…  Da hier absolutes Jagdverbot herrscht, sind die Tiere völlig unscheu.

Zum Glück für den Touristen gibt es gleich im Anschluss an den Nationalpark ein weniger streng geschütztes Gebiet, den Doñana Naturpark. Dort darf man alleine wandern. Der Wanderweg Laguna del Jaral ist sehr schön, auch wenn die namensgebende Lagune inzwischen trocken ist. Es geht durch Pinienwald mit Ginster …

… und Zistrosen …

… hinauf auf eine fossile Düne mit super Blick.

Angeblich kommt man da auch hinunter an den Strand, wie das gehen soll ist mir allerdings schleierhaft. Einige Kilometer weiter Richtung Mazagon kann man bequem an einen schönen Badestrand kommen …

… und ein paar Muscheln mit heim nehmen.

Zum Abschied ein gutes Abendessen im schönen und direkt am See gelegenen Hotel Malvasía …

… und am anderen Morgen nochmal ausgiebiges Birdwatching

Und natürlich FLAMINGOS!


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Cádiz

Eigentlich will ich es gar nicht verraten, denn auch hier werden die Touristen immer mehr und jetzt bleiben die Kreuzfahrtschiffe schon einen ganzen Tag lang! Trotzdem: Cádiz ist für mich das optimale Städtereiseziel. Eine wunderschöne Altstadt auf einer Insel vom Meer umgeben. Tausend Gassen zum Herumschlendern. Ein hübscher Stadtstrand mit Sonnenuntergang. 3000 Jahre Geschichte und entsprechend viele schöne alte Steine. Einladende Bars und Restaurants ohne Ende. Und so weiter.

Gleich zu Anfang unseres Aufenthaltes wurde mir eine wichtige Botschaft zugespielt.

„Die Kürze ist die Schwester des Talents“

Oh je!!! Da hat man In fünf Tagen zahllose Fotos gemacht. Wie soll man sich da kurzfassen??? Mal sehen …

Hier eine klitzkleine Auswahl schöner Eindrücke 😉

Es beginnt mit fünf Minuten Fußweg von unserem Appartement durch die Calle de las Palmas …

… zur Playa de la Caleta mit dem Balneario bei Sonnenuntergang …

… und früh am nächsten Morgen.

Beim Schlendern findet man interessante Läden und witzige Schaufenster – wenn man nicht gerade zur  Siesta-Zeit unterwegs ist, dann sind die Läden meist nicht mal als solche zu erkennen.

Eine Top-Touristenattraktion ist der Rundumblick von der Torre Tavira, einem der sogenannten Kaufmannstürme. Cádiz war eine sehr bedeutende Hafenstadt und die ansässigen Händler bauten auf ihren Häusern Aussichtstürme, von denen sie die Ankunft ihrer Schiffe im Hafen beobachten konnten. Auf dem Foto sind mindestens dreizehn weitere Türme zu erkennen.

Cádiz hat eine lange Geschichte, beginnend mit den Phöniziern vor ca. 3000 Jahren. Im Museo de Cádiz gibt es viele tolle Exponate aus der Phönizier- und der Römerzeit. Beim Betrachten dieser Vitrine überlegt  man, ob man nicht gerne Phönizierin gewesen wäre 😉

Beim Stadtbummel trifft man auf Straßenkreuzungen wie diese …

… auf schlafende Hunde …

… und auf fotogen abgestellte Motorräder.

Mein Lieblingsplatz war die Plaza de San Antonio mit ihren schönen Häusern und  Straßencafés.

Hier fand die Fiesta de Primavera statt mit Livemusik am Abend, die auch reichlich Zuspruch gefunden hat. Angesichts des kühl-windigen Wetters konnte sich der Frontman den Spruch nicht verkneifen, dass es sich eher wie Frühling in Helsinki anfühlt.

Der nächste Sonnenuntergang war aber eindeutig wieder Frühling in Südspanien 🙂

 


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An der Küste des Lichts

Wir sind gerade von einer Frühlingsreise nach Andalusien zurückgekehrt. Die Costa de la Luz hat ihrem Namen alle Ehre gemacht!

Interessant war ein Ausflug in das Küstenstädtchen Barbate, in früheren Zeiten ein für den Reisenden eher unattraktiver Ort. 1984 hat es uns hierher verschlagen auf der Suche nach einer Unterkunft an der südspanischen Atlantikküste. Unsere einzige Informationsquelle, der Reiseführer, hatte nicht viel dazu zu sagen …  Angesichts der Thunfischfabriken sind wir damals lieber weitergefahren.

Heute ist Barbate ein schmuckes Städtchen …

… mit gigantischem Strand und im März noch (fast) touristenfrei.

Barbate sollte der Ausgangspunkt einer Klippenwanderung sein, die wir im März 2014 schon mal gemacht haben (Rother Wanderführer „Andalusien Süd“, Nr. 1). Weil uns der Wind mit Stärke 6 bis 7 schon unten am Strand fast weggeblasen hat, haben wir den Plan fallenlassen.

Hier zwei Bilder aus der Vor-Blog-Zeit. Diesen tollen Weg haben wir diesmal leider verpasst …

… und auch die rosa Blümchen im Sand.

Plan B war schnell gefunden: Im Hinterland eines der „weißen Dörfer“ besichtigen. Medina Sidonia liegt auf einem 337 m hohen Berg unweit der Küste. Die Stadt wurde von Phöniziern aus Sidon gegründet, später nacheinander von den Römern, den Mauren und den christlichen Königen beherrscht.

Famose Blicke auch hier …

… und rosa Blümchen, die an Mauern hochwuchern.

Vom Sturm eingeholt, verpasst man zwar die Reste der einstigen Burg …

… aber auch so gibt es genügend schöne alte Steine zu sehen.

Arco de la Pastora und Stadtmauer