Lotelta

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Einmal im Leben alles richtig machen

So lautet das Motto einer Reiseführerreihe der Süddeutschen Zeitung mit dem Titel „Eine perfekte Woche in …“. Zwar halte ich das für ein bescheuertes Motto: Wer will sich denn den Stress antun, ausgerechnet im Urlaub ALLLES richtig zu machen? Insbesondere wenn es um die Restaurantauswahl geht, da weiß doch jeder, dass ein Teil der Empfehlungen schon nicht mehr stimmt, wenn die Tinte trocken ist!

Vor der letzten Reise habe ich in „Eine perfekte Woche auf Sizilien“ geblättert, um das Buch dann nicht zu kaufen. Erstens weil es eine Rundreise durch ganz Sizilien vorschlug und wir nur in einem kleinen Teil davon unterwegs sein wollten. Zweitens weil es zum großen Teil aus Gastronomieempfehlungen bestand. Also haben wir ganz entspannt eine nicht-perfekte Woche in Sizilien verbracht 🙂

Gestern aber fiel mir beim Wandern das zitierte Motto wieder ein. Und ich habe beglückt festgestellt, dass ich schon einmal im Leben alles richtig gemacht habe. Nämlich 2013, als ich meinem Arbeitgeber einen Altersteilzeitvertrag aus den Rippen geleiert habe. Und deshalb schon seit eineinhalb Jahren die Arbeitsfreiheit genieße.

Gestern schien in Südbayern nach einer Reihe grauer, kalter, regnerischer Tage schon frühmorgens die Sonne. Um halb zehn war der Ausflugsplan gefasst, kurz vor elf saß ich im Zug nach Landsberg.

Dort steigt man aus dem Zug und steht praktisch sofort am Lech, mit Blick über das Katharinenwehr auf die Altstadt von Landsberg.

Ein Stückchen weiter Richtung Süden kommt man zum Herkomer-Museum, das leider nur am Wochenende offen hat, weil jetzt nämlich Winter ist. Da sieht man’s mal, in unseren Breiten ist eben doch ein halbes Jahr Winter 😉

Bei Flusskilometer 81,8 gibts nicht nur schönen Auwald …

… sondern auch einen traumhaften Blick über den Fluss und eine Aussichts- und Brotzeitbank.

Weiter geht’s durch den Auwald …

… und unter der Eisenbahnbrücke hindurch, über die grade der Zug nach München rauscht.

Wenig später überquert man den Lech auf der Brücke bei Kaufering.

Ein Zwiebelturmkircherl darf auf keiner Wanderung im Süden Bayerns fehlen. Hier die idyllisch gelegene  Kapelle St. Leonhard …

… und weil St. Leonhard für das Vieh zuständig ist, im Inneren ein Deckenfresko mit Rind.

Der Rückweg von Kaufering führt über den Lech-Höhenweg – wenn man Glück hat mit Bergblick.

Unter der Autobahn durch …

… und ein paar mal auf und ab am steilen Ostufer entlang …

… betritt man die Landsberger Altstadt durch das Sandauer Tor ..

… kommt vorbei an der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt …

… und am Hauptplatz, wo man bequem zu Kaffee und Käsekuchen einkehren kann, mmmmh!

Noch ein Abschiedsblick auf Landsberg, bevor es im Zug nach Hause geht, begleitet vom (leider unfotografierbaren) Abendrot.

PS: Das war die Wanderung Nr. 52 aus dem Rother-Wanderführer „Rund um Augsburg“, allerdings mehrfach abgewandelt:

  • durch Weglassen der Umrundung von Staustufe 18 verkürzt sich die Wanderung von 21 km auf 14 km
  • beim Wandern in umgekehrter Richtung hat man den Bergblick am Nachmittag
  • für den Hinweg von Landsberg nach Kaufering den schöneren Weg direkt am Lech gewählt. Hier gibts als Bonus einen Planetenweg, auf dem man das Sonnensystem durchqueren kann. „Jeder Ihrer Schritte entspricht 1 Million Kilometern“, sagt die Infotafel. Wow!