Lotelta

Stadt, Land, Fluss, Pflanze, Tier, Beruf


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Winter in Nordostland (3): Schneeschuhwandern

Das Highlight dieses Winterurlaubs war für mich die Schneeschuhwanderung. Mehrfach hatten wir sie verschoben, entweder war das Wetter unfreundlich, oder es gab sooo viel frischen Schnee, dass die Orientierung schwierig geworden wäre. Aber dann kam DER Tag.Schon vor dem Mittagessen ein gutes Omen: aus unserem Küchenfenster konnten wir in den Birken(!) zwei Birkhühner beobachten.

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Winter in Nordostland (1)

Koillismaa ist eine Region in Finnland knapp südlich vom Polarkreis. Die finnische Sprache hat außer den Bezeichnungen für die Haupthimmelsrichtungen auch Namen für die dazwischen liegenden Himmelsrichtungen Nordosten, Südosten, Südwesten, Nordwesten. „Koillinen“ heißt Nordosten und „Maa“ heißt Land, Koillismaa ist also das Nordostland, es grenzt südlich an Lappland und westlich an Russland.

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Ausgepackt!

Wenn man für vier Wochen nach Skandinavien fährt, packt man allerhand ein. Und versucht sich dabei nicht vom momentanen Wetter, in diesem Fall vom heißen Sommerwetter Mitte Juli, zum Leichtsinn verleiten zu lassen.

Nach vier Wochen im Rekordsommer in Finnland und Schweden – mit Temperaturen immer über 20 und oft bis zu 30 Grad und mehreren Tropennächten (in denen es nicht kälter wird als 20 Grad) – stellt man beim Auspacken fest, was man alles getrost hätte zuhause lassen können.

  • Regenjacken, -hosen und -capes
  • Warme Pullover und langärmelige, hochgeschlossene Hemden sowie Halstücher
  • Blue Jeans
  • etliche Paare Socken sowie etliche Unterhemden
  • Spiele, Kreuzworträtsel und Filme für Regenabende im Mökki

Zu besonderer Freude Anlass gab der Umstand, dass die Mückennetze zum Über-den-Hut-Ziehen nicht gebraucht wurden. Ein bisschen Antibrumm dann und wann war völlig auseichend, insgesamt war die Mückenplage nicht schlimmer als im letzten recht kühlen Sommerurlaub in Finnland.

Meine geliebten Wanderstiefel hab ich ein paar Mal getragen, wäre aber absolut nicht notwendig gewesen: die letztes Jahr manchmal glitschigen Wege durch den Sumpf und über Bretterstege waren dieses Jahr allesamt trocken und locker mit Sandalen bewanderbar.

Nicht mal mein Lieblingspulli kam zum Einsatz! In schweren Fällen (sprich beim Einkaufen in eisgekühlten Supermärkten) kam mal die leichte Fleecejacke zum Einsatz.

 

Im zweiten Teil des Auspackberichtes hier ein Blick auf einige der Reisemitbringsel:

  • Finnische Blaubeermarmelade und Schwedisches Knäckebrot
  • Finnische Saunaseife und Flüssigseife mit Blaubeergeruch
  • Ein schwedischer Woll-Elch als Topfuntersetzer. Das Woll-Schaf ist schon verschenkt.
  • Ein neuer (Sonnen-)Hut für den Herrn
  • Eine große Dose finnische Maustekurkkuja = Gewürzgurken für die finnische Freundin
  • Und ein kleines Glas köstliche Lakritzkugeln mit Blaubeeraroma und Schokolade – leider schon leer gefuttert 🙂

Auch wenn die Temperaturen recht oft außerhalb meiner Komfortzone lagen, war ein solcher reiner Sandalensommer in Skandinavien eine tolle Erfahrung.


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Highway to Hell

Bevor die Entspannung in Lethargie ausartet, muss mal wieder gewandert werden! Um die Spannung zu steigern, bietet sich der Helvetinjärvi Nationalpark an, etwa 80 km von unserem Ferienhaus entfernt. „Helvetti“ heißt auf deutsch „Hölle“, Helvetinjärvi also Höllensee.

So sieht der Eingang zur Hölle aus:

Es beginnt sehr friedlich mit im Sonnenschein merkwürdig unscharf aussehenden Schachtelhalmen.

Aber manchmal scheint hier auch die Hölle los zu sein und die Bäume fallen gleich im Dreierpack um.

Der Weg hinab zur Hölle ist bequem und sehr gepflegt …

… und an seinem Ende wartet der Höllensee auf Badegäste. Würstchen werden diesmal nicht gegrillt: Wegen der Waldbrandgefahr ist Feuermachen verboten „wenn die Gefahr des Funkenfluges besteht“ und die finnischen Besucher halten sich daran. Wir natürlich auch – ich habe mich für diesmal schweren Herzens von der Idee verabschiedet, dieses finnische Wanderritual auszuprobieren 🙂

Eine Hütte gibt es auch und wenn man hineinguckt, ist es recht finster. Bei unserer letztjährigen Wanderung haben viele Wanderer in der Hütte Schutz vor dem Regen gesucht und es brannte schon ein nettes Feuer im Kamin.

Aber wer hat hier sein Transportmittel vergessen???

Die Rückkehr aus der Hölle ist etwas beschwerlicher …

… dafür wartet am Ende das Restaurant „Tor zur Hölle“.

Der hier hat Glück gehabt …

… und die auch!

Uns stand der Sinn weder nach Villisikapihvi = Wildschweinsteak noch nach Strutsipihvi = Straußensteak.

Das wohlverdiente Mittagessen nach der Hitzewanderung gab es stattdessen im 20 km entfernten Ruovesi am netten Bootshafen mit Strand und Sprungturm.


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Helle

„Helle“ ist ein finnisches Wort und heißt in etwa „Affenhitze“. Die herrscht  derzeit hier auf dem 61. Breitengrad: Tageshöchsttemperaturen bei 30 Grad, Nachttemperaturen nur wenig unter 20 Grad. „Unser“ See  steigert sich von morgens 25 Grad auf abends 27 Grad.

Es ist also nur wenig und kurzes Wandern angesagt. Gottseidank waren wir letzten Sommer schon hier und kennen eigentlich alle Wanderungen im Seitseminen Nationalpark, sonst würde ich das nur schwer aushalten.

Andererseits lernt man, was ein echter finnischer Mökki-Urlaub ist: lang schlafen; kurz wandern; gut kochen und essen;  immer wieder im See schwimmen; jeden Tag in die Sauna gehen und danach ein Bier trinken; jeden Abend ausgiebig den Sonnenuntergang bewundern; nur in die Stadt fahren, wenn das Essen ausgeht … und so weiter. Meine finnische Freundin erzählt mir schon seit über 10 Jahren, dass GENAU SO ein finnischer Mökki-Urlaub geht – jetzt klappt das endlich mal 🙂

Bei viel Tatendrang kann man morgens unweit des Hauses Himbeeren fürs Frühstück sammeln …

Blaubeeren gibt es trotz des Rekordsommers (noch?) wenig – die Blaubeeren lassen sich nicht hetzen.

Stattdessen schaut man in den blauen Himmel über dem blauen See …

… und redet über das Wetter.

Zwischendurch mal Boot fahren …

… oder am Ufer Wasserpflänzchen fotografieren.

Acht Uhr, die Sauna ist bereit 🙂

Sonnenuntergang fast wie in der Karibik …

… nur schöner …

… und mit Natur-Kunstwerk.

Vielleicht noch ein Bad im See?

Am späten Abend kriegt „Helle“ eine weitere Bedeutung: So hell ist der Nachthimmel um viertel nach Eins.

Ein wunderbarer finnischer Sommer!

 

 

 

 

 

 

 


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Erdbeerwandern

In der Nähe unseres Ferienhauses  liegt der Seitseminen Nationalpark mit schönen Wandermöglichkeiten. Schon bei der ersten Wanderung am Sonntag hatten wir dort ein Schild entdeckt, dass auf einen „Beerenhof“ hinwies. Ich hatte das Erfolgserlebnis, mit der Auskunftsfrau im Naturzentrum finnisch zu reden, um Anfahrtsbeschreibung und Öffnungszeiten zu erfahren. Sie war sehr nett und hat sich sogar bedankt, dass sie mal mit Ausländern nicht Englisch reden musste 🙂 Wir sind dann gleich hingefahren und haben einen Erdbeervorrat eingekauft, eine Extra-Fahrstrecke von knapp 30 km.

Dabei wurde die Idee geboren, das nächste Mal eine Wanderung im südlichen Teil des Nationalparks zu machen, von wo es zur Erdbeerfarm nur ein Katzensprung ist. Gestern also am Nachmittag ein Kurzwanderung in der Nähe des Saari Soljanen Sees.

Es geht durch lichten Wald …

… mit Bärlapp …

Keulen-Bärlapp (Lycopodium clavatum)

… und Rauschbeeren.

Rauschbeere (Vaccinium uliginosum)

Die Rauschbeere ist mit der Blaubeere verwandt, hat aber etwas festere Blätter und ihr Nabel sieht anders aus. Sie schmecken säuerlicher und nicht ganz so aromatisch wie die Blaubeeren. Das Fruchfleisch ist weißlich statt dunkelblau, das ist das sicherste Unterscheidungserkmal.

Rauschbeere (Vaccinium uliginosum)

Im Moor wachsen Zwergbirken …

Zwerg-Birke (Betula nana)

… und Sonnentau.

Rundblättriger Sonnentau (Drosera rotundifolia)

Nach der Wanderung gehts zum Beerenhof am Särkilampi.

Man überquert eine kleine Holzbrücke mit integriertem Picknickplatz. Dort soll gleich nach dem Einkauf ein Erdbeerpicknick stattfinden!

Beim Erdbeerkauf erfahren wir von einer jungen Deutsch-Finnin, die hier einen Ferienjob macht, dass wir dieses Jahr die ersten deutschen Kunden sind. Wir entscheiden uns, die Erdbeeren gleich beim Picknickplatz am Hofkiosk zu verspeisen – dort gibt es außer Erdbeeren von kalten Getränken über Süßigkeiten bis zu Toilettenartikeln (fast) alles, was notfallmäßig so weit ab vom Schuss gebraucht werden könnte.

Die restlichen Erdbeeren werden dann heute zum Frühstück und zum Nachtisch verspeist. Life is just great!


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Lomaranta revisited

Lomaranta heißt auf deutsch „Ferienstrand“ und es ist der Name des finnischen Ferienhauses, in dem wir letzten Sommer zwei Wochen verbracht haben. Schon drei Monate später war klar: da wollen wie nochmal hin!

Diesmal führte unsere Anreise von Augsburg über Leipzig nach Rostock, mit der Fähre nach Trelleborg am südlichen Zipfel Schwedens und zu einem Tag am tollen Strand von Borrby.  Weiter zu drei Tagen Sightseeing in Stockholm. Dann mit der Fähre durch die Stockholm-Schären, vorbei an den Aland-Inseln, durch den Schärengürtel nach Turku, mit Abstand die schönste Schifffahrt, die ich jemals gemacht habe. Das war alles sehr schön und erlebnisreich, vielleicht gibt es dazu später noch ein paar Bilder und ein bissl Text.

Aber jetzt sind wir endlich da, es ist unbeschreiblich still und schön und nach ein paar Stunden beginnt die Reiseanspannung von einem abzufallen.

Auf der letzten Etappe gab es in einem der Holzhäuser der Weltkulturerbe-Stadt Rauma Kaffee und Munkki (= Schmalzkringel) bzw. Tee und Voisilmäpulla (= Hefeteilchen mit Butterauge).

Noch einmal kurz verfahren und am typisch finnischen Bushäuschen wenden.

Dann sind wir da. Lomaranta empfängt uns mit einem heftigen Regenschauer, ein Mitreisender schwimmt trotzdem schon im See 🙂

Wunderbares Licht nach dem Regenschauer …

… und einige Stunden später beim Sonnenuntergang.

Heute morgen ein Spaziergang in die nähere Umgebung. Manchmal können selbst Kahlschlagflächen schön aussehen …

… große Findlinge dekorieren den Wald …

… und die Angelika blüht.

Arznei-Engelwurz (Angelica archangelica)

Schön, wieder hier zu sein! Fast als wäre man nur ganz kurz weg gewesen …


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Zweimal Hechtsee

Vor Kurzem hatte ich das Glück, innerhalb von 4 Wochen am Ufer zweier verschiedener Hechtseen entlang spazieren zu dürfen.

Der eine Hechtsee liegt in der Nähe von Kufstein, mit einer Ecke berührt er die deutsch-österreichische Grenze. Sein Wasser schimmert grünlich, am gegenüberliegenden Ufer liegt ein großes und – an so schönen Sommertagen wie dem 26. August – sehr volles Strandbad. Vom Nordufer aus man hat einen super Blick auf das Kaisergebirge.

Ein hübscher Wanderweg führt um den Hechtsee herum und an vielen kleinen Badeplätzen vorbei.

Mit etwas Glück findet man in der Umgebung den Schwalbenwurz-Enzian …

Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea)

… und die Silberdistel.

Silberdistel (Carlina acaulis)

Der andere Hechtsee liegt in Finnland. Genau genommen ist es nur einer von vielen Seen mit dem Namen Haukijärvi = Hechtsee. Kein Wunder, bei fast 188.000 Seen werden eben die Namen knapp! Es gibt auch zahlreiche Seen namens Rantajärvi = Strandsee oder Vesijärvi = Wassersee 😉

„Unser“ Haukijärvi liegt im Wandergebiet Riuttaskorpi und ist ein besonders schöner Vertreter der Haukijärvis!

Auch um diesen Hechtsee führt ein Weg herum, allerdings nicht immer mit Blick zum Wasser …

… und es gibt schöne Vegetation.

Während der zweistündigen Wanderung haben wir keine anderen Menschen getroffen. Es gibt nur ein einziges Haus am See, das zu einem ehemaligen Waldarbeiter-Camp gehört, das von 1948 bis 1957 genutzt wurde. Damals war die Gegend hier noch wirklich menschenleer und die Holzfäller waren  praktisch allein in der Wildnis – heute ist man mit dem Auto in einer Dreiviertelstunde in der nächsten Kleinstadt mit mehreren Supermärkten, Tankstellen und Krankenhaus.

 


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Typisch finnisch? Allerlei …

Natürlich der Elch. Den sieht man zwar nie, außer als Piktogramm auf den Warnschildern an den Fernstraßen. Oder mal ausgestopft, z.B. hier in der Markthalle von Tampere.

Oft begegnen einem Beispiele für die geniale Integration der englischen Sprache ins Finnische: „Chillen erlaubt. Anständig, bitte“

Andererseits haben die Finnen ein inniges Verhältnis zu ihrer eigenen Sprache. In vielen Wandergebieten gibt es einen „Runopolku“ = Gedichtweg. Für den Seitseminen-Nationalpark wurde 2010 ein Wettbewerb veranstaltet, bei dem jeder eigene Poesie einreichen konnte. Die Siegergedichte kann man jetzt im Runokangas nachlesen.

Rast

Der Zweig der Kiefer
dahinter leuchtendes Blau,
leuchtendes Blau.
Wenn der Tag zu Ende geht
und der Zweig zur Ruhe kommt
um den neuen Tag zu erwarten
still
still an seinem Platz.

Tja, Poesie ist eben schwer zu übersetzen …

 

Kein Fest oder Markttag ohne Muikku, die in Butter gebratenen Kleinen Maränen, die man mit Haut und Haaren Gräten verspeist, mmmhhhh!

Zum Markttag gehören auch (mehrere) zehn Meter lange Verkaufsstände für Lakritsi. Ja, das heißt wirklich so! Finnisch ist gar nicht so schwierig, wie immer behauptet wird 🙂

Überall trifft man auf gutes und originelles Design. Hier ein Beispiel aus dem Messezentrum von Helsinki…

… und hier eine fliegende Untertasse als Pavillon in einem Park in Tampere.

Der kurze nordische Sommer sorgt dafür, dass Mitte August in den Helsinkier Kleingärten ungefähr alles blüht, was sich bei uns auf einen Zeitraum von Juni bis August verteilt.

So, das war’s für diesmal. Fortsetzung folgt – bei der nächsten Finnlandreise 🙂