Lotelta

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Schöne Tage am Lago d’Iseo: Arrivederci Italia

An unserem letzten Tag am Lago d’Iseo stand nochmal ein Ausflug auf dem Programm: „Monastero di San Pietro in Lamosa“ und  „La Riserva Naturale Torbiere del Sebino” – allein schon diese wohlklingenden Namen!

Das Monastero di San Pietro in Lamosa hat eine lange Geschichte: Erst war an dieser Stelle ein Tempel des Mitraskultes, ab dem 5. Jahrhundert eine christliche Kapelle, später ein Benediktinerkloster und ab 1083 ein Kloster der Cluniazenser.

Übrigens gar nicht so einfach, etwas über die Kirche herauszukriegen, alle leicht zu findenden Quellen im Internet sind auf italienisch, selbst die oben verlinkte Tourismusseite bietet zwar die Auswahl zwischen Italienisch und Englisch, in beiden Fällen aber den italienischen Text. Irgendwie auch bezeichnend für die Gegend hier, noch ein bissl „Geheimtip“, sehr schön!

Die Klosterkirche ist ein tolles altes Gemäuer …

… mit Gebäudeteilen aus dem 11. bis 16. Jahrhundert …

… mit alten Fresken …

… und einer kleinen Nische mit Torfbriketts. Wahrscheinlich war der Torfabbau für die ganze Gegend früher sehr bedeutend.

Von der Terasse unterhalb der Kirche ein schöner Blick übers Torfmoor.

Dort geht es als nächstes hin!

Der Torbiere del Sebino hat immerhin auch eine englischsprachige Erläuterung. Und wunderbare Wanderwege direkt am Wasser ….

… oder auch über das Wasser.

Kormoran (Phalacrocorax carbo)

Und schon ist wieder Mittag und ein „pranzo“ ist fällig. Nach etwas Parkplatzsuche in Iseo – dort ist touristisch erheblich mehr los als in unserem beschaulichen Sulzano – finden wir eine nette Pizzeria. Schließlich kann man nicht aus Italien heimfahren ohne Pizza gegessen zu haben!

Nach der Siesta ein letzter Nachmittagsspaziergang in Sulzano.

 

Morgen geht es nachhause. Es war ein wunderbarer Kurzurlaub mit vielen schönen Eindrücken. Ohne großen Aufwand und Herumfahrerei kann man hier viel unternehmen. Sulzano hat auf uns „sehr italienisch“ gewirkt, die Zahl der ausländischen Touristen hält sich in Grenzen. Anders am nicht weit entfernten Gardasee – kein Wunder: Früher gab es in einer Münchner Boulevardzeitung im Sommer eine Rubrik „Temperaturen unserer Seen“, darin tauchte wie selbstverständlich der Gardasee auf. 😉

Viel Zeit blieb auf dieser Reise auch für Reiseerinnerungen und -erzählungen. „Komm ein bisschen mit nach Italien…“ sang Caterina Valente 1956. Wir waren alle drei schon oft in Italien, immer wieder schön und für Süddeutsche im wahrsten Sinne „naheliegend“. Die Tante war zum ersten Mal in Italien als ich noch gar nicht auf der Welt war!

Mit einem letzten Blick aus dem Hotelzimmer sagen wir am nächsten Morgen: Arrivederci Lago d’Iseo und Sulzano.


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Schöne Tage am Lago d’Iseo: Ein Besuch

Den Vormittagsausflug zu den Piramidi di Zone hat die Ü60-Fraktion alleine bestritten, weil nicht recht klar war, wie steil und unwegsam die 2.5 km lange „für Familien mit Kindern geeignete Wanderung“ wirklich ist. Das erste Abenteuer war schon die Anfahrt: mein Versuch, mit Hilfe der Kompass-Wanderkarte den Fahrer zu leiten hat uns auf immer engeren Kehren steil den Berg hinauf geführt bis irgendwann ein Schild kam „Sackgasse, Weiterfahrt verboten!“. Also wieder zurück nach unten und mit dem Auto-Navi auf die richtige Straße eingefädelt. Danke an den Fahrer für die Geduld. 🙂 Die richtige Straße war zwar auch steil und kurvenreich, aber immerhin passten zwei Autos aneinander vorbei.

Die Rundwanderung beginnt am großen und gut ausgeschilderten Parkplatz in Cislano. Erst geht’s vorbei an blühenden Wiesen, dann steil und geröllig bergab. Bis zur ersten Aussichtsstelle auf die Piramidi ist es nur gut ein halber Kilometer.

Auf einer Infotafel die Erklärung zu den Piramidi: „Die Erdpyramiden sind das Produkt eines seltenen Erosionsphänomens, das in teilweise zementierten Lehm-Kiesablagerungen entsteht. Von den Hängen trägt das Regenwasser schnell das Lehmmuttergestein fort und isoliert allmählich die Felsblöcke, die wie ein Regenschirm das darunter liegende Material schützen. So entstehen aus den Kiesablagerungen, aus denen die Moräne besteht, die Erdpyramiden: Erdzinnen, über denen Felsblöcke liegen.“

An einer anderen Stelle ist es „verboten zu ragen“…

… aber es war gut, dass wir das nicht ganz ernst genommen und vorsichtig über den Rand geschaut haben. 🙂

 

Nach den ersten Aussichtsstellen sind wir wieder umgekehrt, weil heute noch ein weiterer wichtiger Punkt auf dem Programm stand.

Der Anlass für diese Reise war nämlich, dass die Tante eine italienische Freundin hat, die hier in der Gegend wohnt. Die beiden Damen haben sich vor über 40 Jahren in einem Urlaub an der Adria kennen gelernt und pflegen seither ihre deutsch-italienische Freundschaft per Brief und Telefon und mit gelegentlichen Besuchen. Nun haben auch wir diese schöne Gegend kennen gelernt.

Das Nachmittagsziel war der Ort Gardone Val Trompia. Um ins Val Trompia zu gelangen mussten wir wieder in Kehren bergauf bergab fahren, die Ostseite des Lago d’Iseo ist nun mal sehr steil. Das Val Trompia ist „ein schmuckloses Tal“, das wussten wir schon aus den Erzählungen von früheren Besuchen.

Alle drei wurden wir überschwänglich empfangen. Bald haben wir die beiden Damen allein gelassen zum Austausch von Erinnerungen und Neuigkeiten und derweil einen Spaziergang durch Gardone gemacht.

Es gibt hübsche Ecken …

… und eine gute Eisdiele an einem Platz, wo man auf der Bank sitzen und das Eis verspeisen kann.

Große Teile von Gardone sind geprägt von der Waffenfabrik Beretta.

Davon ist die Familie Beretta so reich geworden, dass eine protzige Villa her musste.

Der Beretta-Familie gehört übrigens auch  die kleine Insel San Paolo neben Monte Isola. Während des Christo-Projektes konnte man San Paolo auf orangefarbenen Stegen umrunden.

Nach ein paar Stunden fahren wir wieder zurück nach Sulzano – rechtzeitig zum Abendessen. Was hier am Garteneingang unseres Hotels aufgestellt ist, ist die Speisekarte des Ristorante.

So sah die Speisekarte zur Zeit unseres Besuches aus. Alle angekreuzten Speisen haben wir in den vier Tagen probiert, manche sogar mehrfach, manche auch ohne genau zu wissen, was sich dahinter verbarg. Es war alles „sehr italienisch“ und es hat alles gut geschmeckt.

Heute waren die im letzten Beitrag schon erwähnten „Sardine essicate“ dabei.


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Schöne Tage am Lago d’Iseo: Ciao Sulzano

Auf dieser Herbstreise waren wir zu dritt unterwegs. Unsere gemischte Ü60- und Ü80-Reisegruppe ließ es entspannt angehen. Die Spaziergänge waren etwas kürzer und die Ruhepausen auf den Bänken und die nachmittägliche Siesta etwas länger. Perfekte Entschleunigung! Unser Urlaubsort Sulzano am Lago d’Iseo bot dafür die optimalen Voraussetzungen.

Nach der Ankunft ein Abendspaziergang am See. Auf einen halben Kilometer verteilt gibt es gleich vier tolle Plätze.

Nr. 1 ist die Bootsanlegestelle direkt am Ausgang des Hotelgartens …

… mit Blick auf die Häuser am See in der Abendsonne.

Ein paar Meter weiter die Nr. 2: Der Platz, wo 2016 für 16 Tage die Floating Piers von Christo und Jeanne-Claude zur Insel Monte Isola hinüber führten.

So hat das ausgesehen, muss toll gewesen sein. Allerdings waren in den gut zwei Wochen 1.2 Mio Besucher da.

Wieder ein Stückchen weiter die Nr. 3: der Hafen von Sulzano, in dem die Fischerboote und die Freizeit-Motorboote schaukeln.

Der 4. Platz ist eine kleine Badestelle am See mit netter Bar. Dort verschwand gerade die Sonne hinter den Bergen am anderen Ufer.

Es gibt auch noch einen 5. Platz – den entdecken wir aber erst am zweiten Abend.

Wenn man sich am nächsten Morgen den Schlaf aus den Augen reibt und auf den Balkon tritt, hat man diesen Ausblick.

Nach dem Frühstück ein Ausflug nach Monte Isola. Nachdem man die 800 m nicht mehr auf orangefarbenen Stegen zu Fuß gehen kann, fährt man in 5 Minuten mit dem Traghetto hinüber. Ein paar andere hatten die gleiche Idee.

Blick zurück nach Sulzano …

… und voraus nach Peschiera Maraglia.

Die Insel ist autofrei – aber nicht verkehrsfrei: die Touristen fahren Fahrrad, die Einheimischen Vespa oder Dreirad-Lieferwagen. Gerade nach der Ankunft einer Fähre ist einiges los, es knattert und stinkt. Aber wer es partout leise haben will, sollte sowieso eher nicht nach Italien fahren – sondern zum Beispiel nach Finnland. 🙂

Nach einem Weilchen legt sich der Trubel und man kann relativ ungestört am Ufer entlang flanieren.

An der Seepromenade gibt es ein Denkmal für die Sardine essicate, eine Spezialität aus dem Lago d’Iseo. Hier sind die Fischlein aus Keramik, im nächsten Beitrag gibt es sie auf dem Teller zu sehen. 🙂

Zum Abendessen steuern wir den 5. Highlight-Punkt auf der 500m-Seepromenade von Sulzano an: die Terasse des Hotel Rivalago. Es gibt in Sulzano nur zwei Hotels, das Rivalago ist das teure. Und Sulzano ist noch so wenig touristisch, dass wir ohne Reservierung problemlos einen Tisch bekommen.

Um 7 Uhr abends sieht es dort so aus …

… und um 8 Uhr so.

Und ja, das Essen war auch gut. Ein würdiger Abschluss dieses schönen Tages.


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Mantua im Winter

Zumindest in diesem Jahr herrschte Mitte November schon Winter in Mantua. Mit Temperaturen bis -3 Grad. Mensch und Hund müssen da warm gekleidet sein. Und auch schick. Wir sind schließlich in Italien 🙂

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Für den Touristen bietet der November als Ausgleich zum kalten Wetter aber auch große Vorteile: Bei den Sehenswürdigkeiten kein Gedrängel, in manchen Räumen im berühmten Palazzo ducale waren wir alleine. Und in den top sights wie der Camera degli Sposi mit den Mantegna-Fresken kann man sich beliebig lange umschauen und sogar fotografieren. Im Sommer werden hier Gruppen à 20 Personen durchgeschleust, denen jeweils 5 Minuten Aufenthaltszeit zugestanden werden.

Detail aus einem der Gonzaga-Gruppenbilder in der Camera degli Sposi. Der Hund ist ein Lagotto, auch Italienischer Wasserhund genannt. Wir kennen jemanden, der seit einiger Zeit einen Lagotto in der Familie hat 🙂

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Und dann die Restaurants! In der nächsten Umgebung unserer Unterkunft waren wir an fünf Abenden in fünf verschiedenen Restaurants, immer ohne Reservierung und haben immer einen Tisch gekriegt. Und in allen hervorragend gegessen! Danke an unseren Airbnb-Gastgeber GianMarco, der für seine Gäste eine Liste mit Restaurantempfehlungen zusammengestellt hat.

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Mantua: Stadt am Wasser

Mantua ist an drei Seiten von Wasser umgeben. Die Stadt liegt in einer Schleife des Flusses Mincio, der hier zu drei Seen aufgestaut ist: Lago Superiore, Lago di Mezzo, Lago Inferiore.

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Im Sommer kann man auf den Seen Schifferl fahren: zu den Lotusinseln, zur Vogelbeobachtung oder bis zur Einmündung des Mincio in den Po.

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Zu jeder Jahreszeit (und bei fast jedem Wettre) kann man im Park zwischen Stadt und See schön spazieren gehen.

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Fast wie Finnland …

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Angeln kann man auch.

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So sehen die Lotosblumen im November aus. Im Hintergrund kann man die große schwimmende Lotusinsel erkennen, auf der die Wasservögel hausen.

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Mantua: Renaissance satt

Wer sich an Baukunst und Malerei der Renaissance erfreuen kann, ist hier richtig! In Mantua war von 1325 bis 1707 die Sippe der Gonzaga an der Macht, die in ihrer Hauptstadt zahlreiche Paläste und Kirchen bauen, die Straßen mit Kieselsteinen pflastern und die Sümpfe trocken legen ließen.

Der erste Tag unseres Aufenthaltes war ein Montag, was zumindest in Europa für Besichtigungen eher schlecht ist. Netterweise hat in Mantua der Palazzo Te immerhin montags ab 13 Uhr geöffnet, also nix wie hin. Den Palast hat sich Federico II Gonzaga um 1530 vor den Toren der Stadt als Lustschloss für sein „ehrliches Vergnügen“ bauen lassen – was auch immer das genau hieß. Palazzo Te gilt als Meisterwerk der Renaissance und die Besichtigung ist in jedem Fall ein ehrliches Vergnügen 😉

Das Rhinozeros im Hof des Palazzo Te wirkt eher schlecht gelaunt – kein Wunder bei dem Wetter!

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Das gleiche gilt für die Gorgonen(?)häupter im Dachfries.

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Drinnen dagegen goldene Prachtenfaltung an der Kasettendecke mit Salamandern.

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Fresko mit Seeungeheuer

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Saal der flachen(!) Pferde

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Hier guckt ein dreidimensionales Pferd um die Ecke 🙂

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Und hier werden Blitze geschleudert um die Giganten zu vertreiben …

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…was diese nicht so lustig finden.

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Am Dienstag waren dann das Castello di San Giorgio und der Palazzo ducale dran.

Im Castello di San Giorgio gibt es unter anderem die berühmten Fresken von Mantegna in der Camera degli Sposi. Hier der Blick in den Himmel.

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Als wir mit dem Castello di San Giorgio durch waren, hatten sich die Wolken verzogen und die Sonne schien. Hurra!

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Danach war eine Stärkung fällig, passenderweise in der Bar Gonzaga.

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Am Nachmittag dann der Palazzo ducale. Der soll angeblich 500 Zimmer haben, außerdem mehrere Innenhöfe und Gärten. Zu besichtigen sind davon glaub ich 39 Räume, wir haben es nur bis 37 geschafft. So viel Schönes auf einem Haufen – da würden sie woanders 10 Sehenswürdigkeiten draus machen!

Blick in den Sternenhimmel …

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…und in einen der Palastgärten

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Familie Satyr

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500 Jahre alte Schuhe …

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…und 2000 Jahre alte Füße

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Blick in den geheimen Garten

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Palazzo ducale und Dom im Abendlicht

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Tag drei (Mittwoch) dann die Basilika Sant’Andrea: monumentale Renaissancekirche, die – trotz einiger barocker Hinzufügungen – völlig aus einem Guss wirkt. Großartiger Raumeindruck!

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Die Bemalungen auf den Säulen wirken so räumlich, dass man von der Seite hingucken muss, um zu bestätigen, dass sie in Wahrheit flach sind.

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Hinter der Kirche schöne Säulenarkaden…

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…die eine Herausforderung für Autofahrer darstellen

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Mantua: große kleine Stadt

Mantua ist ein super Ziel für Städtereisen. Das haben zum Glück noch nicht viele bemerkt: ein einziges mal in den fünf Tagen haben wir andere deutsche Touristen getroffen. Mantua hat weniger als 50.000 Einwohner und die Innenstadt ist nur etwa zwei mal zwei Kilometer groß. Entsprechend geht es nicht so hektisch zu und man kann alles zu Fuß machen. Und es gibt unendlich viel Schönes zu sehen! Manchmal mehr als an einem Tag oder in den paar Stunden des Besuchs einer Sehenswürdigkeit in einen hinein passt.

Wie man Mantua in einem Tagesausflug besichtigen kann, darüber hat Vanessa in ihrem Blog einen lesenswerten Beitrag mit sehr schönen Fotos geschrieben. Wir hatten glücklicherweise mehr Zeit. Und konnten deshalb auch oft einfach in der Stadt herumschlendern, viele Fotos machen, dann wieder in Bars sitzen und guten Cappucino trinken. In diesem ersten Beitrag zu Mantua gibt es deshalb Details und schöne Dinge der zweiten Liga zu sehen.

Zum Beispiel lustige Läden …

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…. schöne Fassaden, Hauseingänge und Fenster …

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… Strommasten und Fabrikruinen …

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…malerische Straßenzüge ….

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…mit tollem Kieselsteinpflaster …

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…und dem Versuch, eine Katze zu filmen

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