Lotelta

Stadt, Land, Fluss, Pflanze, Tier, Beruf


3 Kommentare

Kleine Auszeit von allem

Seit einiger Zeit spielt sich mein Leben überwiegend zwischen der eigenen Wohnung, dem nahe gelegenen Seniorenheim, dem noch näher gelegenen Edeka-Supermarkt und den ersten drei Kilometern des 7-Tisch-Waldes ab. Da wird man schon ganz aufgeregt, wenn sich die Möglichkeit zu einem Ausflug in die etwas fernere nahe Umgebung ergibt. Weiterlesen


2 Kommentare

30 Kilometer, 6 Badeseen

Letzten Mittwoch, am (vielleicht) letzten heißen Tag dieses Sommers, hab ich eine Radl-Expedition zu den südlich von Augsburg in den Lechauen gelegenen Badeseen unternommen.

Kilometer 1:  Begrüßung durch Augsburgs Kulturbotschafter

Jim Knopf

Ach, die wunderbaren Wege durch meinen Lieblingswald …

Kilometer 4: Der Kuhsee

Familienfreundlicher Badesee mit Sandstrand, Spielplätzen, Kiosken und nahegelegenen Parkplätzen. Meist geh ich dort zum Schwimmen 🙂

Weiter nach Süden am Lechdamm entlang …

Kilometer 8: Der Auensee

Den Auensee kenne ich seit Anfang der 90er Jahre, da war die ehemalige Kiesgrube noch ein ziemlich junger See mit niedrigem Bewuchs und wenig Schatten. Heute hohe Bäume, schöne Badeplätze und Seerosen am Nordende. Und immer noch ein sehr entspannter Nacktbadesee. Deshalb gibts keine Fotos von Badegästen …

Kilometer 12: Der Weitmannsee

Den hat die Firma Weitmann zustande gebracht: mit ihrem Eimerkettenbagger wurde der Kies bahnenweise abgebaut. Dadurch entstanden längliche Inseln, über 30 sollen es sein. Schon lange gibt es  bei den Liegewiesen am Nordende eine Seegaststätte im schaurig-schönen Stil der 70er Jahre.

Am Südende findet man inzwischen eine wunderbare Wildnis, in der Trampelpfade zu versteckten Badeplätzen führen.

Kilometer 16: Der Mandichosee (aka Staustufe 23)

Der letzte große Stausee am Lech vor dessen Einmündung in die Donau. Hier kann man außer baden auch segeln, surfen, paddeln usw. Am Fuß des Lechdamms blüht es noch sehr schön, aber die Schwäne sind schon fertig mit Brüten und Junge-Aufziehen.

Auf der Dammkrone kann man über den Lech und am Lochbach entlang zurück nach Norden radeln.

Kilometer 17.5: Am Alten Floßgraben

Eine schattige Brotzeitbank mit Gelegenheit, die Füße im kalten Wasser baumeln zu lassen.

Ungefähr Kilometer 19: Der Ilsesee

Der Ilsesee fehlt! Einerseits ist er ein weiterer beliebter Badesee der Augsburger, man kann dort bei maximal 15 Metern Wassertiefe sogar tauchen.  Andererseits war ich noch nie dort, warum, weiß ich auch nicht wirklich. Deshalb hab ich ihn bei meiner Badesee-Radelrunde glatt vergessen!!!

Ersatzweise ein Foto vom Lautersee, aufgenommen bei einer Wanderung im Mai. Der Lautersee liegt neben dem Ilsesee in einem Naturschutzgebiet, dort ist Baden verboten, deshalb zählt er hier eigentlich nicht mit …

Kilometer 23: Naturfreibad Haunstetten

Etwas abseits der Lechauen kommt liegt das Naturfreibad Haunstetten. Ein künstlicher See  aus den 60er Jahren mit immerhin 9000 m2 Wasserfläche, der als Freibad genutzt wird, komplett mit Umkleidekabinen, Liegewiesen, Spielplätzen und Kiosk. Sehr nett!

Von hier nicht auf dem kurzen Weg durch den Wald sondern auf  einem kleinen Umweg durch die Lechebene zurück nachhause.

Nach gut 30 Kilometer Radeln daheim angekommen, bei nachmittäglichen 30 Grad wieder mal erschöpft aber glücklich 🙂

Noch ein kleiner Nachtrag:

Vor laaaanger Zeit, als wir erst kurze Zeit in Augsburg gewohnt hatten und an einem heißen Sommertag Besuch von Freunden aus München bekamen, wollten wir unbedingt an einen netten See zum Baden gehen. Wir sind ins Auto gestiegen und (damals noch ohne Klimaanlage!) in einer Dreiviertelstunde knapp 50 km an den Schnerzhofer Weiher gefahren, den wir zufällig von einer Radeltour kannten. Ein kleiner Weiher mit schmalen Ufern, dessen Badeplätze schon gesteckt voll waren. Kaum zu glauben!


6 Kommentare

Spring 2018 is coming

Das stimmt – oder auch nicht. Einerseits ist der Winter spürbar zu Ende. Und danach folgt definitionsgemäß der Frühling. Zumindest bei uns hier in Südbayern fühlt es sich aber so an, als würde dieses Jahr auf den Winter direkt der Sommer folgen. Es fehlt jegliche Frühlingsmilde. An sonnigen Tagen weht morgens ein kalter Nordostwind – eben wie an schönen Wintertagen. Im Lauf des Tages wird es immer wärmer und am Spätnachmitttag ist es eindeutig Sommer. Mich erinnert es  an meine Zeit in Nordspanien vor ziemlich genau einem Jahr: Burgos kann sehr kalt sein.

Gestern haben wir eine Wanderung von Oberndorf nach Rain am Lech gemacht. Angesichts so vieler Möglichkeiten studiert mein Lebens-, Reise- und Wandergefährte die geplante Route auf Open Street Map. Nachdem er seit einer Woche das Arbeitsleben hinter sich gelassen hat, kann er in Zukunft öfter mit mir wandern. Ich habe in den letzten zwei Jahren einige schöne Touren gesammelt. Diese war auch für mich neu 🙂

Die Wanderung führt durch den Lech-Auwald und teilweise auf dem Lechdamm entlang. Der Lech ist hier – 7 km vor seiner Einmündung in die Donau – in ein enges Kanalbett gepresst. Links und rechts davon gibt es aber viele Bäche und Altwasser und schönen Auwald.

Die Frühblüher müssen jetzt schnell das Blühen erledigen, bevor die Bäume ausschlagen und ihnen das Licht wegnehmen. Hier eine kleine Auswahl, teils von dieser Wanderung und teils aus meinem Lieblingswald.

Dieser Altwasser-See liegt nur wenige Meter vom Lecht entfernt …

… sodass die am sumpfigen Seeufer wohnenden Biber ihr zerstörerisches Werk an den Bäumen entlang des Dammweges verrichten können. Hier sind etwa acht Bäume mit einem Durchmesser von mindestens einem halben Meter …

… rundherum bis auf Biber-Steh-und-Nage-Höhe abgenagt und deshalb todgeweiht.

Nach der Überquerung des Lechs kommt man vorbei an dieser Nymphe …

… und erreicht Rain am Lech mit der titelgebenden Frühlingsverkündung.

Dort verzichten wir auf den geplanten Eisbecher, weil beim einzigen Eiscafe eine Riesenschlange ansteht – Sommer eben 🙂 Dafür gab es ein paar Häuser weiter Kaffee und Kuchen für zwei:

Der Rückweg führte uns vorbei am Dehner Blumenpark, eine Attraktion, bei der ganze Busladungen von Touristen ausgeladen werden. Der ursprüngliche Plan, den Park mal unter der Woche zu besuchen, hatte sich nach dem Gang am Zaun entlang erledigt: ein typischer Fall eines „manicured garden“ (von dem einen Angelsachsen immer entschieden abraten), sprich Blumenbeete in Schmetterlingsform vor kurz gestutzten Sträuchern, das Ganze erinnert nur noch entfernt an Natur. Lustig dagegen ist die Gestaltung des Kreisverkehrs vor dem Dehner-Gelände.

Auf dem Rückweg wieder Auwald-Idylle …

… und Veilchen am Lechdamm.

Am Schluss kommt man vorbei an der auf dem Anfangswegweiser erwähnten Herrgottsruhkapelle. Keine Innenbesichtigung. Nach 13 statt der ursprünglich geschätzten 10 Wanderkilometern freut man sich statt dessen auf Sofaruhe 🙂

In diesem Sinne: mit Schwung in den Frühling!

Huflattich (Tussilago farfara)


10 Kommentare

„It was a cold still afternoon with a steely sky overhead …“

„… when he slipped out of the warm parlour into the open air.“

„The country lay bare and entirely leafless about him, …

„… and he thought that he had never seen so far and so intimately into the insides of things as on that winter day …“

„… when nature was deep in her annual slumber and seemed to have kicked the clothes off.“

„It was pitiful in a way, and yet cheering – even exhilarating.“

„He was glad that he liked the country undecorated, hard, and stripped of its finery. He had got down to the bare bones of it, and they were fine and strong and simple.“ 😉

Der Text ist dem Buch „The Wind in the Willows“ von Kenneth Grahame entnommen, ein englischer Kinderbuchkassiker von 1908, der wie alle wirklich guten Kinderbücher auch für Erwachsene vergnüglich zu lesen ist. In dem Kapitel „The Wild Wood“ unternimmt der Maulwurf einen heimlichen Ausflug in den winterlichen Wald, der nach diesem philosophischen Auftakt einen ziemlich abenteuerlichen Verlauf nimmt …

Die Bilder sind bei mehreren Winterspaziergängen entstanden, darunter auch welche, an denen der Himmel nicht „steely grey“ war sondern „nicely blue“  🙂


4 Kommentare

Seeumrundung

Der Mandichosee liegt ein Stück südlich von Augsburg. Bis 2003 hieß er Staustufe 23, die letzte große Staustufe am Lech vor der Einmündung in die Donau. Dieser Name wurde dann wohl als zu profan erachtet und der See wurde nach einem Bajuwarenführer namens Mandicho benannt, der im 6. Jahrhundert den unweit des Sees liegenden Ort Merching gegründet haben soll.

Am Mittwoch war schönes Wetter und beim Frühstück hatte ich den Geistesblitz, den Mandichosee zu umwandern.

Von Königsbrunn aus führt der Weg erst mal am Lochbach entlang.

Ein Stück weiter war der Weg gerade gesperrt wegen Bauarbeiten. Doch just an dieser Stelle biegt ein Trampelpfad ab, der direkt am Lech entlang führt. Links und rechts des Weges wunderschöne Auwald-Wildnis, da ist man doch immer platt, dass es sowas unmittelbar vor den Toren der Stadt noch gibt.

Nach gut 2 km erreicht man die nächste (bzw. vorhergehende) Staustufe mit der Nummer 22, wo man den Lech überqueren kann. Auf der anderen Seite geht es dann auf einem genauso schönen Pfad wieder Richtung Norden …

… bis man einen geeigneten Brotzeitplatz am Lechufer erreicht.

Zum Nachtisch fand sich in meiner Manteltasche noch ein Müsliriegel. Das kam so: vor ein paar Tagen hatte ich zu unpassender Zeit einen Hungeranfall. Und meine Freundin D. zauberte – wie in solchen Fällen eigentlich immer – aus ihrem Rucksack etwas Essbares. Weil ich den Müsliriegel nicht auf der Stelle verdrücken konnte, hab ich mich heute über den Nachtisch gefreut 🙂

Frisch gestärkt geht es weiter und bald öffnet sich der Blick auf den Mandichosee.

Der nette Biergarten mit Westblick über den See hat um diese Jahreszeit natürlich geschlossen.

Up(?)cycling für ausgemusterte Surfbretter 🙂

Auf dem Wehr angekommen gibt es heute sogar einen Blick zur Zugspitze …

… und zu den Reiherenten, die im See paddeln.

Auf dem Rückweg nach Königsbrunn muss man eine „Behelfsbrücke“ überqueren – fast wie Finnland. Geschafft, ohne nasse Füße zu kriegen 😉

Die Königsbrunner Heide sieht im Winter aus, als hätte man ihr einen Kurzhaarschnitt verpasst. Anfang Juli blühen hier die Sumpfgladiolen, laut Wikipedia das größte mitteleuropäische Vorkommen.

Nach 17 km Fußweg freut man sich auf eine Einkehr im „Schoko-Schlösschen“ an der Königsbrunner Hauptstraße …

… zu Kaffee und Mangosahnetorte. Mmmmmhhh!