Lotelta

Stadt, Land, Fluss, Pflanze, Tier, Beruf


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Die Welt von oben

Meist bin ich ja bodennah unterwegs. Und langsam. Und detailverliebt.

Feuerwanze auf Herbstzeitlose

Aber an einem der letzten sonnigen Oktobertage durfte ich einen spannenden Ausflug einer ganz anderen Art machen!

Hier streckt das Transportmittel schon vorsichtig seine Nase aus seinem Quartier …

Bevor es losgehen kann, muss man dem Luftfahrzeug auf den Zahn fühlen. Das nennt sich Preflight-Check: Funktionieren die Landeklappen? Und das Höhenruder? Und der Propeller? Und und und …

Die Dame ist eine Cessna F172M Skyhawk und wohnt in EDNH alias Bad Wörishofen Nord.

Innen sieht sie ein bisschen retro aus, aber das passt gut zu ihrem Geburtsjahr 1973. 😉

Ich sitze auf dem Beifahrerplatz, äh, Copilotenplatz muss es natürlich heißen, und werde von meinem Piloten instruiert, nur ja Hände und Füße von den Bedienelementen zu lassen.

Kurz danach sind wir in der Luft und unter uns schlängelt sich der Lech dahin, rechts davon die B17, auf der wir schon oft Richtung Süden gefahren sind. Im Vordergrund die Ortschaft Seestall. Im Hintergrund der Hohe Peissenberg vor der Alpenkette.

Ortschaften sehen aus 2000 Fuß (gut 600 m) über Grund ungewohnt aus. Das hier ist Dettenschwang oberhalb des Ammersees …

… dessen Südende kurz danach erreicht ist.

Eine Woche zuvor hat es STUNDENLANG  gedauert, das Südende mit dem Ammerseemoor zu Fuß zu umrunden! Jetzt sind es 5 Minuten und dahinter sieht man schon den Starnberger See liegen.

Wer in München oder Umgebung wohnt, weiß wahrscheinlich, was ich hier fotografiert habe …

Sieht auch von oben schön und interessant aus, das Buchheim-Museum mit seinem überdimensionalen „Sprungbrett“!

Hinter den Osterseen thront die Zugspitze.

Blick über den Starnberger See nach Nordwesten.

Der Hopfensee

Dann geht’s rum um die Kurve …

 

… und entlang des Forggensees zurück nach Norden.

Landschaftskunst beim direkten Blick nach unten. An den Hinweis „Betreten verboten“ auf der Radabdeckung hält man sich gerne, daür müsste man ja die Tür aufmachen. 😉

 

Nach einer Stunde Flugzeit und einer weichen Landung sind wir wieder zurück am Boden.

Als erstes muss natürlich Pegasus versorgt und geputzt werden.

Dann gibt es für den Piloten und die Passagierin köstlichen Apfelkuchen und Cappucino auf der Terrasse des Flughafencafés.

Ein wunderbarer Ausflug, großer Dank an den Piloten an meiner Seite! 🙂

Fazit: Durch die Luft reisen ist auch sehr schön. Oder was meinen Sie, Herr Plattbauch?

Plattbauch (Libellula depressa), Männchen

 


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Wandern im Fünfseenland – See 4 und 5

Die etwas dezentrale Lage meiner Unterkunft beschert mir am Morgen des letzten Wandertages einen wunderbaren Spaziergang am Seeufer nach Herrsching.

Die letzte Etappe führt von Herrsching über Andechs, den Maisinger See und die Maisinger Schlucht nach Starnberg. In Herrsching eine Minute vor Abfahrt des Busses angekommen, der mich als einzigen Fahrgast nach Andechs bringt.

Ein paar Meter von der Bushaltestelle entfernt ein Blick auf den „Heiligen Berg“ mit heiligen(?) Kühen.

Gleich daneben die zwölfte und  damit letzte Station des Kreuzweges, der nach Andechs hinaufführt.

Ich gehe den Kreuzweg in entgegengesetzter Richtung und ungefähr bei Station fünf  …

… bietet sich beim Umdrehen der  Paradeblick auf den „Heiligen Berg“, den zweitgrößten Wallfahrtsort Bayerns nach Altötting.

Dann lasse ich Andechs hinter mir und wandere weiter durch Wald und Felder und vorbei an versteckten Seen.

Hallo, Zugspitze! 🙂

Hallo, König-Ludwig-Weg!

Nach ein paar Kilometern komme ich an einem geheimnisvollen See vorbei. Vom Weg aus sieht man nichts, aber OsmAnd zeigt mir, dass der See nur ungefähr 100 m weit weg ist. Ich schlage mich durchs Unterholz bis der Untergrund so nass wird, das man nicht weiterkommt. Wald, Unterholz und hohes Schilf, kein Blick aufs Wasser.

Es handelt sich um den Eßsee, an dem das Max-Planck-Institut für Ornithologie liegt. Dort hat Konrad Lorenz seine berühmten Versuche mit den Graugänsen gemacht. Der See ist also nicht von ungefähr so versteckt, Forscher und Vögel wollen ihre Ruhe haben. Es soll am MPI ab und zu einen Tag der  offenen Tür geben, da muss man mal hin!

Für seine Brauerei und seinen Biergarten ist Andechs mindestens genauso bekannt wie als Wallfahrtziel. Die Wanderer in Gegenrichtung haben es nicht mehr weit. 🙂

Ein Stück weiter trifft man auf den Maisinger Bach …

… der den See Nummer 4 speist, den Maisinger See. Auch der hat einen breiten Schilfgürtel. Erst beim Maisinger Seehof sieht man über das Wasser. Hier gibt’s auf dem Bänkle sitzend die Brotzeit aus dem Rucksack, der Seehof hat für dieses Jahr schon geschlossen.

In der Ortschaft Maising  ein paar schöne alte Häuser …

… und das Gasthaus Georg Ludwig mit gut besuchtem Biergarten.

Dann kommt die Maisinger Schlucht. Hier müssen sich manche Bäume am Abhang festkrallen.

Kurz vor dem Ende der Schlucht findet sich ein Plätzchen zum Füße-Baden …

… wo man aber schnell von einer großen Rentner-Wandergruppe aufgescheucht wird. Hier ist Münchner Ausflugsland und bei schönem Wetter auch werktags der Bär los. Es gibt eben viele „rüstige Rentner“. 😉

Nun ist’s nicht mehr weit bis zum Endpunkt meiner Wanderung am See Nummer 5, dem Starnberger See.

Auch die Uferpromenade gleich bei der S-Bahn-Station ist sehr belebt, trotzdem ist es wunderschön!

Von Starnberg bin ich in einer Stunde zuhause. Das ist kürzer als die Zeit, die ich als Pendler für den Heimweg von der Arbeit gebraucht habe. Ob man da überhaupt von „Fernwandern“ sprechen kann … Eigenartiges Gefühl, am frühen Abend umringt von Pendlern an meiner heimischen Bahnstation auszusteigen.

Statistik Tag 3:

18 km, 132 Höhenmeter, gesamte Gehzeit 6 h  (incl. zahlreicher Pausen)

 

Fazit:

Es war mal wieder traumhaft! Und ich war glücklich, dass ich noch drei zusammenhängende Sonnentage erwischt habe.

Übrigens ist das Fünfseenland „die zum Alpenvorland gehörige oberbayerische Region zwischen Ammersee und Starnberger See, die außer diesen beiden großen Seen auch den Wörthsee und den Pilsensee sowie viele kleinere Seen umfasst, von denen der Weßlinger See als der fünfte namensgebende See betrachtet wird“.
Ich hab mir erlaubt, mir drei andere kleine Seen zur Vervollständigung auszusuchen. 😉


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Bernrieder Park im Herbst

Vor einer Woche mit dem Besucher aus weiter Ferne einen Ausflug an den Starnberger See gemacht und im Bernrieder Park spazieren gegangen.

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Im Park gibt es viele alte Bäume …

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…und schöne Blicke über den See …

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…bis hin zur Zugspitze.

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Hier der Eingang zum Teehaus von Wilhelmina Busch-Woods, die als reiches Mitglied der Anhäuser-Busch-Dynastie beträchtliche Teile des Seeufers besaß und hier ein ausschweifendes und bizarres Luxusleben führte. Das kann man beim Spiegel nachlesen.

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